Totes Baby im Müllsack: 21-Jährige soll Mädchen mit Papier erstickt haben
Anklage wegen Totschlags

Erst drei Tage nach der Geburt, am 27. April, fand die Polizei das tote Baby im Müllcontainer eines Supermarktes in Neustadt/WN. Bild: ms
Neustadt/Weiden. (ms) Für die Staatsanwaltschaft besteht kein Zweifel: Eine 21-jährige Verkäuferin hat am Samstag, 25. April, in der Toilette eines Supermarktes in Neustadt/WN ein Mädchen zur Welt gebracht und es dann vorsätzlich getötet. Die Behörde hat jetzt Anklage gegen die zweifache Mutter aus dem Landkreis Neustadt/WN wegen Totschlags erhoben, Mord kommt laut Richter Dr. Marco Heß nach derzeitigem Stand nicht in Frage.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau an jenem Samstagvormittag mit mehreren Familienangehörigen in den Verbrauchermarkt nach Neustadt gefahren ist, in dem sie auch beschäftigt war. Dort müssen wohl die Wehen eingesetzt haben. Die junge Frau suchte die Kundentoilette auf und gebar das Kind. Die Mutter, so heißt es in der Anklage weiter, hat dann der Neugeborenen Papierhandtücher in den Mund gestopft und es in einen Plastikmüllsack gelegt, diesen verknotet und in einen Abfallbehälter des WC gelegt. Das Mädchen ist im Müllsack erstickt.

Die Mülltüte lag bis zum Abend in der Toilette. Erst eine Reinigungsfrau warf sie dann, ohne den Inhalt zu kennen, in den Müllcontainer des Verbrauchermarktes, ergaben die Recherchen der Polizei weiter.

Drei Tage später, am Dienstag, 28. April, fand die Polizei den Leichnam. Ein Großaufgebot an Beamten suchte nach einem Hinweis aus dem Klinikum Weiden gezielt. Die Mutter hatte sich wegen starker Blutungen gynäkologisch behandeln lassen. Ansonsten wäre die Tat wohl nie aufgedeckt worden.

Jetzt hat die Verteidigung drei Wochen Zeit, Stellung zu nehmen. Dann entscheidet die Erste Strafkammer des Landgerichts Weiden mit Präsident Walter Leupold, ob es zur Hauptverhandlung kommt. Diese dürfte dann noch in diesem Jahr anberaumt werden.
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