Tourismusamt verzeichnet 2,9 Prozent mehr Gästeankünfte im ersten Halbjahr 2016
Gemütlich und günstig

Die Zahl der Übernachtungsgäste ist im ersten Halbjahr erneut gestiegen. Grund zur Freude für Tourismuschefin Petra Vorsatz. Sie führt das unter anderem darauf zurück, dass die Menschen heutzutage lieber öfter, dafür aber kürzer Urlaub machen. Auch die neugestaltete Homepage des Tourismusamtes hat ihrer Ansicht nach dazu beigetragen. Bild: Porsche

"Weiden ist eine schöne Stadt mit einer freundlichen, auf Gäste ausgerichteten Atmosphäre." Das versichert eine Familie aus Dresden in einem Mail an das Tourismusamt. Nicht die einzigen, die sich in der Max-Reger-Stadt wohlfühlen.

Ein Blick in die jüngste Statistik zeigt: Die Zahl der Gästeankünfte in Weiden steigt seit 2012 kontinuierlich an - mit einem kleinen Ausrutscher im Jahr 2015 (-40 Personen). Die Zahl der Übernachtungen dagegen war seitdem rückläufig. Verbrachten die Urlauber 2012 im Schnitt noch zwei Tage in der Max-Reger-Stadt, so sind es seit 2013 nur noch 1,8 Tage. Laut Tourismuschefin Petra Vorsatz ist das der Trend: "Die meisten Menschen fahren heutzutage öfter in Urlaub, dafür aber kürzer, nicht mehr vier Wochen am Stück."

2,9 Prozent mehr Ankünfte


Was die Entwicklung im ersten Halbjahr 2016 betrifft, ist Petra Vorsatz zufrieden. "Es geht kontinuierlich aufwärts", verweist sie auf die aktuellen Zahlen aus dem statistischen Landesamt. 20 626 Gästeankünfte wurden von Januar bis Ende Juni 2016 in Weiden verzeichnet (darin enthalten sind auch berufsbedingte Aufenthalte). Das bedeutet ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2015. Im gleichen Zeitraum haben sich auch die Übernachtungszahlen erhöht: 37 137 Übernachtungen bedeuten eine Steigerung von 2,2 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb jedoch unverändert bei 1,8 Tagen.

Verglichen mit dem oberpfalzweiten Zuwachs von 7,9 Prozent bei den Übernachtungen schneidet Weiden zwar relativ mau ab. Das größte Plus im Regierungsbezirk geht allerdings auf das Konto der Domstadt Regensburg (plus 8 % bei den Ankünften, plus 13,8 % bei Übernachtungen).

Deutsche Urlauber vorn


Deutsche Touristen stehen bei den Urlaubern in Weiden eindeutig an der Spitze: Nur 2769 der 20 626 Gäste kamen heuer aus dem Ausland, der Rest aus der gesamten Bundesrepublik (Tagesreisende sind in diesen Zahlen nicht enthalten, sondern nur Besucher, die auch in Weiden schlafen wollen). Zufrieden äußert sich Petra Vorsatz auch mit der Hotellandschaft in Weiden, zumindest, was die angebotene Spannbreite betrifft: "Wir können eigentlich alle Wünsche bedienen, bis auf die ganz niedrigpreisigen. Dafür fehlt uns einfach eine Jugendherberge."

Ansonsten seien die Hoteliers bemüht, ihren Standard aufrecht zu erhalten oder sogar zu verbessern. Die Zahl der Hotelbetten ist allerdings in den vergangenen zwei, drei Jahren deutlich gesunken: 2014 waren es noch 650 Betten, aktuell sind es 559. Hier macht sich laut Vorsatz die Schließung von "Bräustüberl" und "Hotel Josefi" bemerkbar sowie der Umbau im "Hotel am Tor". Dort wurden größere Zimmer geschaffen, so dass die Bettenzahl zurückging. Die Tourismuschefin ist deshalb "gespannt, ob wirklich noch ein neues Hotel in Weiden eröffnet. Vor allem für große Tagungen in der Max-Reger-Halle wäre das natürlich gut."

Zur positiven Entwicklung auf dem Tourismussektor hat ihrer Ansicht nach auch die Neugestaltung der Homepage (www.weiden-tourismus.info) beigetragen. "Wir haben Suchmaschinen optimiert, die Oberflächen so gestaltet, dass sie auf allen Empfangsgeräten gut dargestellt werden und aktuelle Daten werden sofort eingepflegt." Auch Buchungen sind möglich. "Unser neuer Auftritt ist sehr serviceorientiert." Am meisten genutzt wird das Angebot zwar von den Einheimischen. Weidener stellen 13,22 Prozent der Personen, die länger auf den Seiten verweilen. Dicht gefolgt jedoch von Interessierten aus München (9,24 Prozent), Berlin (8,71) Nürnberg (6,33) und Bayreuth (5,24).

Juli/August stehen noch aus


Was die weitere Entwicklung der Tourismuszahlen in diesem Jahr angeht, ist Vorsatz zuversichtlich: Schließlich stehen die - in der Regel hohen - Zahlen für Juli und August noch aus. "Wir rechnen mit mindestens 42 000 Gästeankünften zum Jahresende." Damit wäre eine neue Marke geknackt. 2015 waren es 41 859. Und die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. "Viele schreiben uns, dass Weiden so gemütlich ist, die Gastronomie vielfältig und die Preise günstig." (Angemerkt)

2,7 Millionen TagesgästeDiese Zahl kann sich sehen lassen: 2,7 Millionen Tagesgäste steuerten Weiden im vergangenen Jahr an. Ermittelt wurde das von einer Consulting-Firma im Auftrag der Stadt.

Die förderte noch eine Reihe weiterer interessanter Zahlen zutage: So gibt ein Tagesbesucher im Schnitt 26,50 Euro aus. Klingt wenig, ergibt angesichts der Menge aber einen Bruttoumsatz von 71,5 Millionen Euro, die dank der Tagestouristen nach Weiden fließen. Davon profitieren vor allem Einzelhandel (47,2 Prozent), Gastronomie (37 %) und Dienstleistungsgewerbe (17,6 %).

Besucher, die über Nacht blieben, gaben im Schnitt 139,30 Euro aus. Das führte 2015 zu einem Bruttoumsatz von 10,6 Millionen Euro. Für die Studie berücksichtigt wurden gewerbliche Betriebe ab 10 Betten. Reisemobilisten ließen zwar mit 72,30 Euro pro Tag auch nicht gerade wenig springen. Der Umsatz fiel hier mit 300 000 Euro aber deutlich geringer aus.

Die Nationalitäten der Tagesbesucher werden zwar nirgends erfasst. In der Max-Reger-Stadt dürften aber Tagesbesucher aus Tschechien die Mehrheit stellen. Rund 13 Millionen Euro im Jahr geben die Kunden aus dem Nachbarland laut einer IHK-Studie in Weiden aus. Gefragt sind bei ihnen vor allem Kleidung, Schuhe und Lebensmittel. Sei steuern außerdem gerne die Innenstadt, die WTW sowie Feste und Märkte an, so dass auch städtische Einrichtungen und Gastronomen davon profitieren. (ps)
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