Transparent, solide, realistisch: SpVgg SV Weiden präsentiert sich der SPD
Roter Besuch bei Schwarz-Blauen

Tsching, tschang, tschung - Fraktionssitzung: Ihr Treffen verlegten die SPD-Stadträte diesmal in den VIP-Raum der SpVgg SV Weiden, wo ihnen Vorsitzender Kurt Haas (hinten, Zweiter von links) die Entwicklung des Vereins in den vergangenen fünf Jahren schilderte. Bild: fku

Der Stadtrat und der Verein - da gebe es doch viele Berührungspunkte, hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter gesagt. Grund genug also für die roten Stadträte, ihre montägliche Sitzung diesmal bei der SpVgg SV Weiden anzuberaumen. Wobei sich am Ende trotz aller Nähe ein wesentlicher Unterschied zeigt: Anders als die Stadt ist der Verein schuldenfrei - von einem 15 000-Euro-Privatdarlehen aus den Reihen der Vorstände abgesehen: Im vergangenen Jahr schrieben die Schwarz-Blauen schwarze Zahlen, wie Vorsitzender Kurt Haas erläutert.

Das kleine Plus von rund 5000 Euro ist laut Haas eine wichtige Wegmarke. Nach der Insolvenz der alten SpVgg und etwas mehr als fünf Jahre nach der Neugründung "steht der Verein wieder in seinen Grundfesten". Selbst ein Aufstieg in die Regionalliga "wäre heute machbar". Moment - klingt das wieder nach alten Luftschlössern? Eben nicht. Denn Haas schiebt gleich nach: "Die dritte Liga wäre wahrscheinlich nicht zu schaffen."

Es geht auch um solche Zwischentöne an diesem Abend. Den Verantwortlichen im Verein ist bewusst, dass die neue SpVgg SV noch immer unter dem Ruf des Vorgängervereins leidet. Auch in der SPD waren manche lange Zeit skeptisch gewesen, wie Gabriele Laurich sagt. Der Verein geht dagegen an, indem er auf sportlichen Realismus und Solidität setzt.

Und auf Transparenz - ausführlich gibt Haas einen Einblick in die Bilanzen. Die wiesen 2015 Einnahmen von rund 451 000 Euro und Ausgaben von 446 000 Euro aus. "Wir sind ein mittlerer Wirtschaftsbetrieb." Gleichzeitig präsentiert sich die SpVgg SV als Ausbildungsbetrieb. Vor allem durch das bei ihr angesiedelte Nachwuchsleistungszentrum, dessen Arbeit Rainer Fachtan vorstellt. Für die SpVgg sei das nicht billig. Von der Ausbildung hier profitierten aber neben ihr selbst viele Vereine in der Region. Außerdem wäre es so etwas wie ein Ritterschlag, wenn es eines der jungen Talente in die Bundesliga schaffen sollte.

Auch für die gesperrte Mehrzweckhalle habe der Verein - nach einigen Anstrengungen - halbwegs Ersatz gefunden. Mit den Flüchtlingen, die dort in unmittelbarer Nachbarschaft untergebracht sind, gebe es ohnehin keine Probleme, wie Haas auf Nachfrage von Stadtrat Josef Gebhardt erläutert. Ein Problem könnte es dagegen noch im Stadion geben. Dr. Matthias Loew zeigt sich irritiert, weil nicht bei jedem Spiel ein Sanka im Stadion steht. Der Stadtrat und Mediziner denkt dabei vor allem an die Verletzung eines Gästetorwarts im Oktober, wobei es sehr lange gedauert habe, bis ein Krankenwagen vor Ort war. Dem Torwart immerhin, erfährt er, gehe es wieder gut.
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