"Trassen für Braunkohlestrom"
Naturfreund Lukas fühlt sich verkohlt

Viele Jubilare zeichnete Alois Lukas (stehend, Zweiter von rechts) aus. Vorne die Mitglieder, die seit 60 Jahren dabei sind, mit Hans Balk (rechts), der sich in besonderem Maße verdient gemacht hatte. Bild: hcz

Braucht es die neuen Stromtrassen überhaupt? Alois Lukas, Chef des Oberpfälzer Waldvereins in Weiden, hat da so seine Zweifel.

547 Mitglieder, umfangreiche Aufgaben, ein turbulentes Jahr und zahlreiche Jubilare. So kann man den Bericht des Vorsitzenden über die letzten zwölf Monate im OWV, Zweigverein Weiden, zusammenfassen. Außer Chef Alois Lukas legten zehn Warte Rechenschaft ab. 28 Getreue wurden geehrt. Vorsitzender Lukas berichtete unter anderem von der Info-Versammlung zu den Stromtrassen, die auch den Fischerberg betreffen. Als Landwirt und Naturfreund stehe er dem Vorhaben äußerst skeptisch gegenüber. "Die Frage ist", so Lukas, "ob wir die Trassen überhaupt brauchen, um damit den Braunkohle-Strom zu uns zu transportieren."

Lukas blickte auf das Sonnwendfeuer in der Dekan-Pfeiffer-Ruhe zurück, auf das Turmfest und die Waldweihnacht. Im Januar habe ein Einbruch in die Strobelhütte geschockt. Der Sachschaden sei hoch gewesen. Im Vereinsmittelpunkt sei die Sanierung des Vierlingsturms gestanden. Besonders verdient gemacht hätten sich hier Hans Balk vom OWV-Nachbarverein Letzau-Muglhof und Reinhold Stock. Markierungswart Bernd Cyron sagte, dass das Erscheinungsbild des OWV-Zweigvereins entscheidend geprägt werde vom Zustand der Info-Tafeln und der Wegeausschilderung. 176 Kilometer Wanderwege habe man zu betreuen. Dies sei mit fleißigen Helfern in 225 Stunden Arbeit geschehen. Laut Bänkewart Günter Neupert wurden 7 der 55 Bänke des Zweigvereins neu errichtet und 4 weitere renoviert.

Landschaftsschutzwart Alois Lukas betonte, dass "gesunde Mischwälder" wichtig seien. Rund um den Fischerberg habe sich durch natürliche Waldverjüngung mit Laubgehölzen die Landschaft gut entwickelt. Er richtete einen Appell an alle Hundebesitzer, ihre Tiere im Wald nicht frei laufen zu lassen. Auch sollten die Halter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht liegen lassen. Einen weiteren Aufruf richtete er an Radsportler. Sie sollten rücksichtsloses und andauerndes Trainieren in nicht dafür ausgeschilderten Waldgebieten unterlassen. Vogelschutzwart und Zweiter Vorsitzender Johann Fröhlich zeigte auf, wie sich der OWV dem Schutz der Vogel-, Fledermaus- und Insektenwelt verschrieben hat. 112 Nistkästen am Fischerberg, bei Ödpielmannsberg, in der Mooslohe und in der Schustermooslohe hätten ihm und seinen Helfern viel Arbeit beschert, seien aber auch überaus nützlich gewesen.

Fröhlich, gleichzeitig Hüttenwart der Strobelhütte, freute sich, dass es dank Franz Hüttner bei den Musikantenstammtischen dort niemals langweilig werde. Pächter Karlheinz Kick dankte er dafür, dass dieser bei anfallenden Arbeiten selbst Hand anlege. Georg Hüttner, für das Wanderheim Ödpielmannsberg zuständig, legte die Gästezahlen und die Ausgabe für das Haus vor. Für 26 613 Euro seien die Duschen saniert worden. Die Übernachtungszahlen (2900) seien der Dank dafür.

Über 30 Wanderungen


Waldwart Alois Lukas junior sprach von einer "weitgehend problemlosen" Waldbewirtschaftung der vereinseigenen sieben Hektar. Eine Durchforstung sei wegen des schlechten Holzpreises verschoben worden. Wanderwartin Edith Schimandl dankte ihren Wanderführern Johann Fröhlich, Gisela Kleber, Sepp Schuster und Dieter Schunck, die 19 Ganztags-, 1 vogelkundliche und 12 Halbtagswanderungen sowie 2 Busfahrten durchgeführt hatten. Turmwart Heiner Vierling berichtete von den Arbeiten "rund um den Vierlingsturm". Den Kassenbericht lieferte zum 20. Mal Gisela Heuberger ab. Anneliese Schunck bestätigte ihr vorbildliche Arbeit.

Stadtrat Stephan Gollwitzer bemerkte, dass die Satzung vor 140 Jahren auch "Verschönerung der Stadt" als Vereinszweck und vor 44 Jahren "Erziehung der Mitglieder zur Heimatliebe" vorgeschrieben habe. Stadträtin Gisela Helgath lobte den "aktiven Mitgliederwerber" Hans Sperrer, der auch sie zum OWV gebracht hatte. Stadtrat und OWV-Ehrenvorsitzender Sperrer würdigte die Arbeit seines Nachfolgers Lukas und von dessen Mitstreitern.

EhrungenLangjährige Mitglieder ehrte OWV-Vorsitzender Alois Lukas. Für 60 Jahre (Urkunde und Präsent): Else Gese, Norbert Hirsch, Rita Kunisch, Fritz Spickenreuther und Josef Schuster. 50 Jahre (Urkunde und Präsent): Markus Linsmeier, Fritz Löschel, Friedrich Marb und Dieter Reiser. 40 Jahre (Urkunde und Ehrenzeichen in Gold): Rudolf Barrois, Heribert Bauer, Dr. Alois Biller, Roland Farmbauer, Dr. Ernst Freuding, Herbert Meiler, Richard Schiffl, Lina Schimandl, Adolf Sparrer, Peter Stuhlmüller und Werner Kraus. 25 Jahre (Urkunde und Ehrenzeichen in Silber): Elisabeth Emmrich, Anneliese Kießling, Elli Presser, Helmut Ruhland, Josef-Johann Wieder, Annelies Dirmeier und Dr. Horst Kleinschmidt.

Josef Schuster erhielt für sein Engagement die Verdienstnadel in Silber des OWV-Hauptvereins. Noch immer ist der 87-Jährige als Wanderführer aktiv. Hans Balk, der viel Arbeit bei der Renovierung des Vierlingsturms geleistet hatte, bekam ein Geschenk. (hcz)
Die Frage ist, ob wir die Trassen überhaupt brauchen, um damit den Braunkohle-Strom zu uns zu transportieren.OWV-Vorsitzender Alois Lukas
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