Trauer um Friseurmeister Albert Schmid
Kerzen und Blumen vor der Ladentür des 52-Jährigen

Mit nur 52 Jahren verstarb Friseurmeister Albert Schmid am Karfreitag. Dieses Foto von ihm entstand 2007. Bild: Wilck
Noch am Montag vor Ostern stellte Friseurmeister Albert Schmid im Bürgersaal des Cafés Mitte sein Talent für einen guten Zweck zur Verfügung: Er und sein Team aus dem Salon "Der Friseur" frisierten, schnitten und föhnten Bürger. Die Einnahmen wollte der Geschäftsinhaber für den Kinderhort "Kreuz Christi" spenden. Nur vier Tage später, am Karfreitag, verstarb Schmid überraschend. Seit längerem kämpfte er gegen eine schwere Krebserkrankung. Schmid wurde 52 Jahre alt.

Besonders Weidener Faschingsfreunden ist der Friseurmeister mit Faible für Shih-Tzu-Hunde ein Begriff. 1989 wirkte er als Faschingsprinz Albert I. an der Seite von Karola II. alias Karola Schmid und feierte 5 mal 11 Jahre Narrhalla. Später trainierte er die Gardemädchen. "Ohne ihn hätte ich die Narrhalla damals so nie hingebracht", gesteht Karl-Heinz Schell. Tief getroffen habe ihn die Nachricht von Schmids Tod. Der Stadtrat war einst Narrhalla-Vorsitzender, Schmid sein Gardeminister. "Als solcher hat er großartige Arbeit geleistet, alles organisiert, die Mädchen im Griff gehabt." Outfit, Tanzschritte, Makeup, Frisur: "Da hat einfach alles gepasst. Da war er viel besser als ich. Da lass ich nichts auf ihn kommen."

Das war Mitte der 1990er Jahre bis zur Jahrtausendwende. "Es war die große Ära der Narrhalla", erinnert sich Schell. 2002 kam Schmid nochmal für eine Session als Gardeminister zurück. Dann war Schluss. Auf die Bühne zog es den Hairstylisten, den seine langjährige Weggefährtin, Freundin und Mitarbeiterin Petra Häffner als "herzensgut, sehr kreativ, lustig und als Friseur top" beschreibt, trotzdem wieder. Zusammen mit Freund und ehemaligem Mitarbeiter Peter Steinborn mischte er als Travestie-Duo die internationale Showszene auf. Erfolgreich. Es kam 2007 beim "7. Internationalen Showpreis", bei dem einst schon "Siegfried & Roy" um den Titel gekämpft hatten, auf den zweiten Platz. Auch in der Region traten die Beiden als Travestiekünstler auf. Unter anderem bei einer Show des Werberings in Neustadt.

Als Friseurmeister betrieb Schmid seinen eigenen Salon "Der Friseur" an verschiedenen Stellen. Zuletzt frisierte er gemeinsam mit vier Mitarbeitern Kunden im Geschäft in der Schulgasse. Dort lagen am Osterwochenende auch Blumen vor der Ladentür, es leuchteten Kerzen. Seit Mittwoch ist der Salon wieder geöffnet. Wie es mit dem Laden weitergehen wird, ist völlig offen. Auch ein konkretes Datum für die Beerdigung steht noch nicht fest. Vermutlich wird sie aber in der kommenden Woche stattfinden.

Um Albert Schmid trauern unter anderem sein Sohn Christopher und zwei Brüder.
2 Kommentare
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Wolfgang Göldner aus Weiden in der Oberpfalz | 30.03.2016 | 20:36  
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Sabine Mylius aus Weiden in der Oberpfalz | 30.03.2016 | 21:57  
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