Treffpunkt der Religionen

Ein Händedruck symbolisiert die gemeinsame Friedensbotschaft der Religionen (von links) Iman Maher Keder, Rabbiner Dr. Salomon Almekias-Siegl, Prodekan Armin Spießl und Dekan Dr. Wenrich Slenczka. Bild: sbü

Wann passiert dies schon einmal, dass führende Vertreter aller drei monotheistischen Religionen zusammenkommen? Der Auftakt zum bundesweiten Geschichtswettbewerb macht dies möglich.

(sbü) Wer dabei war, der konnte viel über Religionen lernen. Zum Auftakt des bundesweiten Geschichtswettbewerbs "Gott und die Welt - Religion macht Geschichte" gab es ein nicht alltägliches Ereignis: In einem Workshop zur Vorbereitung des Wettbewerbs referierten Iman Maher Keder, Prodekan Armin Spießl, Rabbiner Dr. Salomon Almekias-Siegl und Dekan Dr. Wenrich Slenczka über ihre Religion.

Am Ende der Vorträge im Kulturzentrum Hans Bauer reichten sie sich die Hand. In einer Zeit weltweiter Religionskonflikte sollte dies ein Zeichen für einen echten friedlichen Grundcharakter ihrer Glaubensrichtungen sein. Monotheistisch nennen sich die Weltreligionen Islam, Christentum und Judentum, weil sie alle an nur einen Gott glauben. Weitere Gemeinsamkeiten wurden dann von den vier Sprechern herausgearbeitet.

Mit der Anrede "liebe Geschwister" begrüßte Iman Keder seine Zuhörer. Dann erläuterte er die "fünf Säulen des Islam" und zählte dazu das "Glaubensbekenntnis zu Allah, die täglichen Gebete, die Almosensteuer, Fastenzeit und den Glauben an die islamischen Glaubensgrundsätze" auf. Mit Zitaten aus dem Koran begründete er den friedlichen Charakter seiner Religion. Er belegte dabei auch den Satz "Gott will, dass die Menschen verschieden sind und in Frieden auf der Erde leben". Moslems sollen sich in die Gesellschaft integrieren. Extreme Moslems hätten nichts gelernt und Hassprediger beziehen sich auf Verse, die heute nicht mehr gelten, waren weitere der deutlich distanzierten Sätze.

Glaubensbekenntnis


Glaubenselemente des Christentums erläuterte Prodekan Armin Spießl anhand des Glaubensbekenntnisses. Jesus sei nicht Prophet, wie im Islam, sondern "wahrer Mensch und Gott". Spießl zählte viele Parallelen zu den anderen Religionen auf. Gottesliebe und Nächstenliebe, das Sonntagsgebot, die 10 Gebote aus dem Alten Testament und das tägliche Gebet zählte er unter anderem dazu.

Dekan Dr. Slenczka ergänzte diese Gedanken mit einem religionsgeschichtlichen Rückblick. "Das Toleranzprojekt Simultaneum schloss die Juden mit ein" stellte er fest. Er sagte "Religion hat vor allem über Personen auf die Geschichte gewirkt".

Rabbiner Dr. Almekias-Siegl betonte: "Ohne Judentum wäre das Christentum nicht entstanden". Im Unterschied zum Christentum sage das Judentum "wir haben den Messias noch nicht gesehen". Dennoch seien die Tora und das Alte Testament absolut identisch. Im Jahreszyklus des Judentums, den der Rabbiner ausführlich erläuterte, waren viele Parallelen zu den anderen Religionen erkennbar.
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