"Türöffner-Tag" bei Integrierter Leitstelle
Maus im Haus

Ganz schön viel zu entdecken gab es für die jungen Besucher bei der Integrierten Leitstelle. Bild: Kunz

Wer sorgt dafür, dass nach einem Radunfall Hilfe kommt? Seit Montag wissen das rund 100 Kinder ganz genau: Sie schauten sich bei der Leitstelle um. Zusammen mit einer Maus.

"Was glaubt ihr denn, wie viele Leute am Tag bei uns anrufen", fragte Jürgen Meyer seine kleinen Besucher, die am "Tag der Deutschen Einheit" mit der Maus auf Entdeckungstour durch die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz gingen. "50", sagte einer. "500", ein anderer.

Der stellvertretende Chef der Leitstelle wusste Genaueres: "Im Durchschnitt rufen bei uns 200 Menschen an." Pro Tag schickten die Kollegen rund 150 Fahrzeuge aus. Die Anliegen der Leute seien sehr unterschiedlich. Der eine rufe an wegen eines Herzinfarkts, der andere fordere den Rettungsdienst wegen eines gebrochenen Beines an.

Dass am Montag rund 100 Kinder mit ihren Eltern in die Leitstelle gekommen waren, lag am "Türöffner-Tag" des WDR und der "Sendung mit der Maus": Kinder können dabei Sachgeschichten vor Ort erleben. Die Leitstelle in Weiden beteiligte sich zum ersten Mal. Unter dem Motto "Türen auf für die Maus" hatten ILS-Leiter Herbert Putzer und Meyer neugierige Kids aus der Region dazu eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

"Wir haben hier sehr viele technische Raffinessen", erklärte Meyer den staunenden Kindern, die sogar die Höhe des Pultes per Knopfdruck selbst bestimmen konnten. Natürlich durfte der eine oder andere auch mal ans Telefon und "Befehle" aussenden, die ein Kollege gleich gegenüber in Empfang nahm. Auf den Bildschirmen sahen die Kinder, wo überall was los war, wo sich die Einsatzfahrzeuge gerade befanden. "Wichtig ist zu wissen, dass jeder Anruf, der reinkommt, ein völlig neuer ist. Jeder hat andere Sorgen und Probleme. Wir müssen auf jeden Patienten einzeln eingehen." Meyer: "Geht's ihm momentan nur schlecht? Hat er Kummer? Hat er ein totes Reh auf der Straße gesehen? Ist jemand im Aufzug eingeschlossen und kommt nicht mehr raus?" All diese Meldungen liefen in der Leitzentrale zusammen und würden von hier aus koordiniert.

Neben Einzelheiten der ILS lernten die Kinder auch viel über die Berufe und Ehrenämter bei der Feuerwehr und im Rettungsdienstwesen. Und was besonders gut ankam: Sie durften auch gemeinsam mit den Disponenten funken. Nachher traf man sich bei Pizzaschnitten und Knabberzeug mit Rettungsexperten zum Gedankenaustausch.
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