Turbulenzen in der Pfarrei St. Josef
Ins Gebet genommen

Pfarrer Markus Schmid. Bild: Wilck
 
Wilzek Werner kann sich derzeit als Kommunionhelfer, Lektor und Aushilfsmesner sowie im Krankenbesuchsdienst derzeit in St. Josef einbringen. Bild: Wilck

Er kracht gewaltig im Gebälk der Pfarrei St. Josef. Stadtpfarrer Markus Schmid erklärt im Pfarrbrief die jüngsten personellen Veränderungen. Und wirft dabei Fragen auf, die nicht beantwortet werden: Ruhestandspfarrer Egid Mühlbauer und auch Alt-Mesner Werner Wilzek müssen seit Mittwoch vergangener Woche ihre ehrenamtliche kirchliche Mitarbeit ruhen lassen.

"Wir sollten alle zur Ruhe kommen", erklärt Stadtpfarrer Markus Schmid. Seit Beginn seines Amtes im September 2014 leidet er unter dem, "was in dieser Pfarrei im Hintergrund und im Untergrund läuft". Eine Zusammenarbeit sei "mitunter schwierig". Entscheidungen von zuständigen Gremien der Pfarrei würden nicht akzeptiert, nicht umgesetzt. "Manche gehen ihre eigenen Wege. Es gibt in der Pfarrei Turbulenzen. Manches ist wohl historisch bedingt", betont Schmid am Dienstagmorgen. "Meine Aufgabe ist es, die Pfarrei zu einen, den Zusammenhalt zu pflegen. Es sind Dinge passiert, die kann kein Pfarrer hinnehmen. Ich muss die Dinge wieder ordnen. Das tut mir weh. Es ist sicherlich kein Vergnügen."

Um die Einheit der Pfarrei nicht weiter zu gefährden, habe er handeln müssen. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war Ende Juni das Geschehen bei der letzten 7.15-Uhr-Messe in der Sakramentskapelle von St. Josef. Alle Pfarrgremien, auch der Ausschuss für Liturgie, hatten beschlossen, diese Messe künftig durch ein "Morgenlob" zu ersetzen. Dazu gab es mehrere Ankündigungen, sogar einen Info-Abend. In St. Josef werde teilweise am Dienstag (einschließlich Requien) fünf Mal Gottesdienst gefeiert, erklärt Schmid. "Aber die Laudes fehlt."

Nach dem Ende der 7.15-Uhr-Messe bat eine Teilnehmerin, diese Eucharistiefeier weiter zu pflegen. Pfarrer i.R. Egid Mühlbauer, der diesen Messen beinahe traditionell vorstand, stellte überraschend die Frage in den Raum, wer denn die Messe weiterhin haben wolle. Alle Teilnehmer wollten. Schmid empfand diese Aktion Mühlbauers offenbar als "Meuterei". Schon im Vorfeld hatte der 84-jährige Ruhestandsgeistliche Bitten zur Teilnahme am "Dienstgespräch" - mit Verweis auf andere Verpflichtungen - ausgeschlagen.

Beliebte Messe


Auch ein Gespräch nach dem Vorfall in der Sakramentskapelle kam nicht zustande. Schmid wandte sich daher an das Bischöfliche Ordinariat, das Mühlbauer nach Regensburg zitierte (siehe Kasten). Der Ruhestandsgeistliche wiederum ist von den Aktionen überrascht. "Ich weiß, was ein Gottesdienst und was eine Laudes ist." Er habe versucht, in seinem Wirken auch das Wollen der Gemeinde zu berücksichtigen. Wohl auch deshalb hätten ihn die Gemeinden Pirk und Rettenbach zu ihrem Ehrenbürger ernannt. Gerade die 7.15-Uhr-Messe sei bei den Gläubigen beliebt. Deshalb erstaune ihn, "dass sie der Pfarrer ersetzen will".

Unversehens in die Reibereien geriet auch Werner Wilzek, der seit Jahrzehnten mit Mühlbauer befreundet ist. Er ist für sein Engagement für St. Sebastian bekannt. Auch Wilzek erhielt eine Einladung zum Gespräch. Nur wenige Tage von seinen 55. Jubiläum als hauptamtlicher und danach ehrenamtliche Mesner "stellte er mir den Stuhl vor die Tür", fasst Wilzek das Geschehen zusammen. Schmid habe "sonderbare Fragen und Vorwürfe" formuliert. Wilzek: "Aber er konnte keine Anschuldigung beweisen." Der Senior hat inzwischen auch an den Bischof geschrieben: "Alles andere überlass' ich dem Herrgott."

Aus dem PfarrbriefLiebe Schwestern und Brüder,

ich darf Sie über folgende Veränderungen informieren:

1. Nach einem Gespräch am Montag, 27. 6. 2016, im Bischöflichen Ordinariat in Regensburg mit unserem Ruhestandsgeistlichen Egid Mühlbauer, Generalvikar Michael Fuchs, Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen und mir wurde Folgendes festgelegt: Die Mithilfe von Pfarrer i.R. Mühlbauer in der Pfarrei St. Josef ruht bis auf Weiteres. Er ist gebeten worden, in der kommenden Zeit wieder stärker das seelsorgliche Miteinander und die Einheit in der Pfarrei St. Josef zu suchen. Für diesen Fall wäre zu einem späteren Zeitpunkt wieder eine Mithilfe in der Pfarrei denkbar.

2. Nach einem Gespräch am Mittwoch, 29. Juni 2016, im Pfarrbüro mit unserem langjährigen Mesner Werner Wilzek, Frau Maria Macht, Kirchenpfleger Karl Süß, PGR-Sprecherin Romy Götz und mir wurde Folgendes festgelegt Der Dienst von Herrn Werner Wilzek als Lektor, Kommunionhelfer und Mesner von St. Sebastian ruht bis auf Weiteres. Er ist gebeten worden, in der kommenden Zeit wieder stärker das Miteinander und die Einheit in der Pfarrei St. Josef zu suchen. Für diesen Fall wäre zu einem späteren Zeitpunkt wieder eine Mithilfe in der Pfarrei denkbar. In der Kirchenverwaltung und im Förderverein St. Sebastian bleibt er aktiv.

Selbstverständlich werden wir versuchen, am Donnerstag um 9 Uhr in St. Sebastian auch weiterhin Gottesdienst zu feiern. Auch die Renovierung von St. Sebastian werden wir dadurch nicht aus dem Auge verlieren.

Es grüßt Sie Ihr Pfarrer Markus Schmid.
1 Kommentar
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Wolfgang Göldner aus Weiden in der Oberpfalz | 06.07.2016 | 19:12  
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