Über 50 Firmen haben sich in Weidens Stadtmitte angesiedelt
Vom Ausbesserungswerk zum Gewerbegebiet

Lange Jahrzehnte konnte sich die Max-Reger-Stadt berechtigt Eisenbahnerstadt nennen. Dies haben die Weidener Gustav Schlör zu verdanken. Er setzte sich Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend dafür ein, dass Eisenbahnlinien in der Oberpfalz errichtet werden sollten.

1863, im Zuge der Schaffung eines süddeutschen Eisenbahnnetzes, gelang es Schlör zusammen mit seinem Schwager, dem Weidener Abgeordneten Jacob Vierling, den Anschluss Weidens an die Bahnlinie München-Regensburg-Hof zu realisieren. Dies bedeutete den Beginn der Industrialisierung der Stadt.

2500 Arbeiter

Ab dem Jahr 1891 bemühte sich der Magistrat der Stadt erfolgreich, dass eine zu der Zeit geplante vierte Centralwerkstätte hier errichtet wird. 1896 erfolgte die Eröffnung des Reichsbahn-Ausbesserungswerkes (RAW) an dem bekannten Standort entlang der Bahnlinie beziehungsweise entlang der heutigen Nikolaistraße und der Prinz-Ludwig-Straße. Über 2500 Arbeiter fanden in der Blütezeit des Werkes hier Arbeit. Ein Krankenhausunterstützungsverein und ein Sparverein entstanden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg tat sich das zum "AW" umbenannte "Ausbesserungswerk" zunehmend schwer, nachdem sich die Bahngeschäfte in den 50er und 60er Jahren nach und nach verschlechterten. Und trotz gegenteiliger Beteuerungen, 1989, am 1. Januar, wird das Ausbesserungswerk aufgelöst. Auf geschichtsträchtigem Boden entstand in der Folgezeit ein prosperierendes Gewerbegebiet.

Einen bunten Branchenmix findet man heute zwischen Drehscheibe und Kesselschmiede im "Gewerbegebiet Mitte". Kfz-Handel, Fahrradgeschäft, Elektronikhändler und viele weitere unterschiedlichste Dienstleister haben hier ihren Platz gefunden.
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