Überlebenschancen im Kampf gegen den schwarzen Hautkrebs steigen
Zuerst ist es nur ein Muttermal

Was gibt es Neues von der Krebsforschung? Hans Forster von der CSU Weiden-Ost fragte nach bei der Dermatologin aus Weiden, Dr. Christine Pausch, sowie bei Professor Dr. Mark Berneburg, Direktor der Dermatologie am Universitätsklinikum Regensburg (von links). Bild: Bühner

Lange hatte die Medizin kaum Mittel bei schwarzem Hautkrebs, der zu spät erkannt wurde. Nun aber hat die Forschung viel erreicht, erklärt der Direktor der Klinik für Dermatologie Regensburg. Aber oft werden die Kosten für die Behandlung zum Problem.

"Zuerst ist es nur ein Muttermal. Dann wird es größer, wächst unsymmetrisch und bekommt unterschiedliche Farben. Auch Rot ist drin. Wenn Sie das auf der Haut feststellen, kann es sich um den schwarzen Hautkrebs handeln." So beschrieb Professor Dr. Mark Berneburg in seinem Vortrag die Ausgangssituation dieser Krankheit. Der Mediziner ist Direktor der Klinik und Poliklinik der Dermatologie am Universitätsklinikum Regensburg. Er referierte beim Fachgespräch "Immunonkologie - neue Wege in der Krebsforschung", zu dem die CSU Weiden-Ost eingeladen hatte.

Als niedergelassene Dermatologin nahm Dr. Christine Pausch am Informationsabend teil. Hans Forster, CSU-Ortsvorsitzender und Stadtrat, begrüßte die Besucher im Vereinsheim "Almrausch". Der Vortragsabend sollte zunächst die großen medizinischen Fortschritte in der Immunonkologie am Beispiel der Bekämpfung des schwarzen Hautkrebses aufzeigen. Im zweiten Teil kamen auch Probleme des Gesundheitswesens auf den Tisch.

Allmählich Chancen


Zunächst demonstrierte Berneburg durch einen Vergleich von Überlebenskurven den medizinischen Fortschritt. "Noch 2010 gab es kein Medikament, das Einfluss auf das Überleben des Erkrankten hatte." Danach seien Substanzen entwickelt worden, die zu einer Lebensverlängerung von sechs bis neun Monaten führten. "Das haben wir damals als bahnbrechend bezeichnet." Inzwischen seien neue Präparate zugelassen, bei denen die Überlebenskurve in rund 40 Prozent der Fälle bei zwei Jahren liege. "Allmählich können wir beim Hautkrebs von der Chance zum Langzeitüberleben sprechen."

Die Wirkung der Medikamente basiere darauf, dass die Resistenzentwicklung des Tumors reduziert werde. Das Immunsystem des Menschen werde wieder angeworfen. Nebenwirkungen seien meist in den Griff zu bekommen, Kombinationstherapien schafften entsprechende Flexibilität. Einige der neuen Therapien funktionierten in Tablettenform. So könne auch ein niedergelassener Mediziner behandeln. Zudem gelinge es, von der klassischen Chemotherapie wegzukommen. Weitere Substanzen seien im Zulassungsverfahren.

Studien liefen auch für den hellen Hautkrebs. "Aber diese Behandlungen sind extrem teuer." Mit diesem Satz löste der Referent eine generelle Diskussion aus. Ja, die Pharmaindustrie muss Geld verdienen, sagte Berneburg mit Verweis auf die langen Entwicklungs- und Testphasen eines Medikaments. Er meinte aber auch, dass Forschung oft an Universitäten und über staatliche Förderungsmittel erfolge. Dr. Christine Pausch sagte: "Die Patienten kommen zu mir in einem Stadium, in dem sie diese teuren Therapien noch nicht benötigen." Leite die Uni-Klinik eine teure Therapie ein, verschreibe sie der niedergelassene Arzt weiter.
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