Überstunden auf dem Dienstplan
Seit Jahresbeginn gilt die Soldatenarbeitszeitverordnung

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht besucht den neuen Kommandeur des Artilleriebataillons 131, Oberstleutnant Christian Kiesel, in der Weidener Ostmarkkaserne. Bild: Götz

Dienst ohne Ende. Damit ist Schluss: Seit Jahresbeginn gilt die Soldatenarbeitszeitverordnung. Und damit haben die Weidener Artilleristen noch ihre Probleme. Denn die Überstunden fallen an - auch ohne Auslandseinsätze. Um den Ausgleich müssen sie aber erst noch kämpfen.

Im Grundbetrieb dürfen Soldaten nur noch 41 Stunden wöchentlich eingesetzt werden. So steht es auf dem Papier. Eine Umsetzung ist wohl erst im Laufe des Jahres möglich, räumt Oberstleutnant Christian Kiesel ein, als er Albert Rupprecht empfängt.

Der Bundestagsabgeordnete informierte sich am Montag bei seinem Antrittsbesuch beim neuen Bataillonskommandeur über die "Befindlichkeiten" der Soldaten in der Ostmarkkaserne. Doch zunächst steht Persönliches auf der Tagesordnung. Beide haben den neuen Gesprächspartner bereits "gegoogelt". "Ihr Lebenslauf ist interessanter", attestiert Rupprecht dem Kommandeur des Artilleriebataillons 131, der in Schweinfurt wohnt und wöchentlich in die Max-Reger-Stadt pendelt. Beide haben dasselbe Problem: zu wenig Zeit für die Familie, für die kleinen Töchter.

Schnelles Internet fehlt


Und um Zeit geht es auch bei den Soldaten: 60 Prozent der Artilleristen pendeln, meist aus Thüringen und Sachsen in die Ostmarkkaserne. Mal zwei Stunden früher in den Dienstschluss, um Überstunden abzubauen, bringt ihnen nur wenig. Sie vermissen ohnehin schon einen schnelleren Internet-Anschluss.

Das Gros der freiwillig Längerdienenden will den finanziellen Ausgleich für ihre Überstunden. Doch hier zeigt sich der Dienstherr noch äußerst spröde. Deshalb bauen die Soldaten bei der Bereinigung ihrer Überstunden auf die Kollegen von der Bundespolizei. "Dort ist sehr viel Druck im Kessel", berichtet Kiesel, denn die Überstunden können nicht in Freizeit ausgeglichen werden, wie eigentlich vorgesehen.

Drei Soldaten sind derzeit in Afghanistan freiwillig im Auslandseinsatz, drei weitere sind zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgestellt. Das Gros der Artilleristen bleibt 2016 von einem Auslandseinsatz verschont. Im November ist eine Großübung in Litauen zu bestreiten. "Es wird gezeigt, dass die östlichen Staaten des Nato-Bündnisses nicht allein gelassen werden." Das Bataillon 131 bereitet sich darauf vor, von Mitte 2017 bis Mitte 2018 ein Kontingent in den Kosovo abstellen zu müssen.
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