Uli Grötsch bei der Tafel
Uli Grötsch verteilt Körbe bei der Tafel

Viele Kunden, wenig Platz: Die Arbeitsverhältnisse bei der Weidener Tafel hat Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bei der Lebensmittelausgabe selbst erlebt. Bild: Götz

Vollkornbrot statt Politik standen auf dem Programm des Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD). Gemeinsam mit Mitgliedern des Stadtrates besuchte er die Tafel und packte bei der Essensausgabe mit an.

Für den Politiker eine neue Erfahrung. "Es ist schon etwas anderes, mitzuhelfen, als nur darüber zu reden." Der Andrang der Kunden erschüttert ihn. Genauso wie der Blick auf die Ausgabezahlen der Körbe: "Die zeigen, dass in Deutschland irgendwas schiefläuft." Es sei die Aufgabe der Politik, die Schere zwischen Arm und Reich zusammenzuführen.

Am Limit


Als die Tafel die Räume vor sieben Jahren angemietet hat, gaben die Helfer im Schnitt 800 Körbe aus. Jetzt liegt die Zahl bei durchschnittlich 3000. "Räumlich sind wir inzwischen an der Grenze angekommen", gibt Tafel-Vorsitzender Josef Gebhardt zu. Sowohl im Bereich der Lebensmittelausgabe, im Lager- und Kühlraum as auch in der Küche herrschen Platzprobleme.

Ein weiteres Problem ist die dezentrale Lage der Tafel. "Wir haben keinen Fahrdienst und viele müssen mit dem Bus oder der Bahn kommen", erklärt Gebhardt. Und bekanntermaßen seien öffentliche Verkehrsmittel nicht gerade billig. Ein Standort nahe des Busbahnhofs oder der Innenstadt könnte dieses Problem lösen, wie Grötsch überlegt. Das Gebäude ist außerdem nicht behindertengerecht und es fehlen Toiletten. Die Helfer haben aber nicht nur mit Platzmagel zu kämpfen. "Unsere Transportkapazitäten sind ebenfalls überschritten", klagt der Vorsitzende.Aktuell verfügt die Tafel über zwei Kühlwagen, um Lebensmittel einzusammeln. Seit Februar steht ein zweites Auto zur Verfügung. Trotzdem reiche das nicht aus, um der Lage Herr zu werden. "Wir sind froh über jede Woche, die wir über die Runden kommen."
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