Ungewöhnlicher Unfall bei Luhe
Suizid auf der Autobahn?

Die Schäden am Fahrzeug sind marginal. Nichts deutet darauf hin, dass in diesem Auto am Montagmorgen ein Mensch starb. Nachdem der Wagen an der Leitplanke der A93 zwischen Luhe und Weiden entlang geschrammt war, wollten andere Verkehrsteilnehmer dem 53-jährigen Fahrer helfen. Sie kamen zu spät. Der Mann aus dem Bereich Regensburg war da schon gestorben - getötet von einer Schusswaffe. Bild: Reinhard Kreuzer

Das Auto schleift an der Mittelleitplanke entlang, anschließend streift es die rechte Leitplanke. Und bleibt stehen. Für die Rettungskräfte beginnt am Montagmorgen bei Weiden ein ungewöhnlicher Einsatz.

(räd/phs) Kurz nach 7.30 Uhr bemerken Autofahrer auf der A 93 zwischen Luhe-Wildenau und Weiden-Süd, wie der Mazda mit Regensburger Zulassung zuerst die linke und dann die rechte Leitplanke touchiert. Dort bleibt das Fahrzeug schließlich liegen.

Autofahrer halten an und wollen dem Fahrer des Unfallfahrzeuges, einem 53-Jährigen, helfen. Doch sie finden den Mann leblos vor. Der Grund, wie sich später herausstellen sollte: Der Mann hatte offenbar Suizid begangen. "Wir gehen davon aus", bestätigt Albert Brück, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, auf Anfrage. Allem Anschein nach hat sich der 53-Jährige in seinem Auto erschossen. Die Besatzungen von Rettungswagen und Hubschrauber können ihm nicht mehr helfen.

Wegen der festgestellten tödlichen Schussverletzung übernimmt die Kripo Weiden die weiteren Ermittlungen. "Es gibt keine Anhaltspunkte für einen Unglücksfall", erklärt Brück. Die Beamten werden aber dennoch Ermittlungen anstellen. Dabei geht es um die Frage, ob der Mann möglicherweise mit der Handfeuerwaffe hantiert und sich dabei eventuell unabsichtlich ein Schuss gelöst hat.

Langer Stau


Andere Verkehrsteilnehmer sind nicht direkt betroffen gewesen: "Es ist nicht bekannt, dass es zu gefährlichen Situationen gekommen ist", sagt Polizeisprecher Brück. Man müsse aber nun abwarten, was die Ermittlungen noch ergeben. Die A 93 war zwischen Luhe und Weiden in Fahrtrichtung Hof für längere Zeit total gesperrt. Der Verkehr staute sich kilometerlang zurück. Später leiteten Polizei und Feuerwehr Autos und Lastwagen an der Unfallstelle vorbei. Gegen 10.30 Uhr war die Unfallstelle dann wieder geräumt.

Erst Ende März hatte sich bei Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern ein Mann während der Fahrt in seinem Mercedes das Leben genommen. Laut Medienberichten soll sich ein 46-Jähriger aus Dessau mit einem Revolver erschossen haben. Zeugen hatten dies beobachtet. Vergleichbare Fälle im Bereich des Polizeipräsidiums Regensburg sind Brück aus den vergangenen Jahren nicht bekannt.

In eigener SacheIn der Regel berichten wir nicht über Suizidfälle. Wir haben uns in diesem Fall aber für eine Veröffentlichung entschieden, weil die Umstände des Vorfalls auf der A 93 für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Vermutlich ist es wohl nur dem Zufall zu verdanken, dass keine anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr geraten sind.

Für Menschen, die sich in einer scheinbar ausweglosen Notlage wähnen, gibt es professionelle Hilfe. Die Telefonseelsorge ist unter 0800/1110111, 0800/1110222 sowie im Internet unter www.telefonseelsorge.org erreichbar. Die Kliniken des Bezirks Oberpfalz in Wöllershof, Telefon 09602/78-0, bieten einen Notdienst rund um die Uhr. (räd)
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