Unwetter über Weiden hält Einsatzkräfte in Atem
Pumpen bis zum Nachmittag

Nur noch der Handlauf am Fuß- und Radweg schaut heraus. Ansonsten herrscht am Sonntag gegen 6 Uhr Land unter in der Bahnunterführung der Regensburger Straße. Bild: Polizei

Am frühen Sonntagmorgen erreichen die Unwetter Weiden. Starkregen hält Feuerwehr und Technisches Hilfswerk an verschiedenen Stellen der Stadt auf Trab. Und dann heulen auch noch reihenweise Alarmanlagen.

Das Donnergrollen über der Stadt kurz vor 6 Uhr lehrt das Fürchten. Es blitzt unentwegt. Sicherungen fliegen. Aber das Hauptproblem ist der starke Regen. Am heftigsten trifft es die Bahnunterführung an der Regensburger Straße. Sie läuft in kürzester Zeit voll. Bis zu drei Meter hoch steht schließlich die braune Brühe, sagt Stadtbrandrat Richard Schieder. "Das ist unsere Großbaustelle." Nur noch das Geländer des Fuß- und Radweges spitzt aus der Flut. Die Folge: Totalsperre.

Aufgehoben werden kann sie erst Stunden nach dem Starkregen, am frühen Nachmittag. So lange pumpen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Stadtwerken und Stadt Wasser ab.

Zugleich droht der nahe liegende Baumarkt an der Leimberger Straße zu überfluten. Wasser dringt bereits durch die Eingangstüren, Feuerwehrleute müssen den Markt mit Sandsäcken sichern. Warum? "Der Wörnzgraben war rappelvoll, er stieg meterhoch an", erklärt Schieder. Er dient als Ablauf für das Auffangbecken an der Autobahn 93, das ebenfalls die Wassermassen nicht mehr fassen kann.

Auch viele Anwohner in den Krummen Äckern bleiben nicht verschont, erklärt Schieder. So laufen Keller in Häusern an der Saarländer-, Brandenburger-, Infanteriestraße sowie am Mühlweg voll. In Frauenricht steht - genauso wie in Mallersricht - die Dorfmitte unter Wasser. Im Einsatz ist die Feuerwehr auch in Mallersricht-Ziegelhütte - "und vor allem in Weiden-Ost", sagt Schieder. Denn sturzbachartig fließt Wasser den Schirchendorfgraben hinab. Deshalb kommen auch entlang des Hopfenwegs Sandsäcke zum Einsatz, um die Wohnhäuser zu sichern. 250 Säcke stapeln die 40 Feuerwehrleute der Wehren Weiden, Mallersricht und Frauenricht (zehn Einsatzfahrzeuge) insgesamt. Obendrein karren die 21 Einsatzkräfte des THW (fünf Einsatzwagen) welche aus ihrem 1000-Säcke-Vorrat ran.

Das Unwetter hält auch die Polizei in Atem: Sie muss aufgrund mehrerer Fehlalarme zu Wohnhäusern, Geschäften und Banken ausrücken. Wegen der Unwettereinsätze sagt Schieder schließlich die geplante Vorführung am Nachmittag beim "Boxxenstopp" ab. Die Einsatzkräfte müssten mal durchschnaufen und die Einsatzwagen seien stark verschmutzt. "Sie müssen gereinigt und auf mögliche Folgeeinsätze vorbereitet werden." Die Unwetterwarnung gilt bis in die Nacht.
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