Urologie und Neurologie sind in der Medizin eigentlich verschiedene Disziplinen. Am Weidener ...
Wenn die Blase nervt

Neurologie und Urologie präsentieren alle mit beiden Fachbereichen verbundenen Themen am ersten Uro-Neuro-Tag, stellt Chefarzt Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer (4.von links) bei der Ankündigung der Veranstaltung fest. Mit dabei auch (von links) Thomas Mückl, Geschäftsführer der Firma rollactiv in Weiden, Assistenzarzt Johannes Kaiser und Apothekerin Joanna Ostaszewska. Los geht's am 9. Juli um 13 Uhr im Schlör-Saal. Bild: sbü

Urologie und Neurologie sind in der Medizin eigentlich verschiedene Disziplinen. Am Weidener Klinikum sieht man dies ab sofort etwas anders. Beide haben viele Schnittstellen.

Unter dem Motto "Mit den Nerven am Ende" findet am Samstag, 9.Juli, in der Max-Reger-Halle in Weiden der erste Neuro-Uro-Tag statt. Die Informationsveranstaltung richtet sich von 13 bis 16.30 Uhr vorrangig an Menschen, die Probleme mit ihrer Blase haben. Chefarzt Professor Dr. Dr. Thomas Bschleipfer organisiert die Veranstaltung federführend mit seinem Team aus der Neurourologie.

Deutlich mehr als zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter Blasenfunktionsstörungen, sagt Prof. Bschleipfer. Ein "überaktive Blase ist statistisch auch eine altersabhängige Erkrankung", stellt der Chefarzt fest. Er will auch "neurologische Patienten" auf das Risiko von Blasen- und Darmstörungen aufmerksam machen, denn diese kämen oft sehr schleichend. Für viele sei es ein Tabuthema, das man nicht einmal mit Freunden besprechen möchte. Gerade für diese Menschen soll die Patientenveranstaltung eine "unverbindliche Information " bieten.

Die gemeinsame Organisationseinheit von Urologie und Neurologie ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal der Kliniken Nordoberpfalz. "Nur an vier Standorten in Deutschland gibt es so etwas", sagt Prof. Bschleipfer. Dann erläutert er die Zusammenhänge und die Motive, einen Neuro-Uro-Tag zu veranstalten. Urologische Störungen wie die Blasenschwäche könnten aus zahlreichen Gründen entstehen. Darunter sind vor allem solche Krankheiten, bei denen es zur Schädigung des Nervensystems kommen kann. Als Beispiele werden Multiple Sklerose, Schlaganfall-Folgen, Morbus Parkinson und Alsheimer, Diabetes und Querschnittssymptomatik genannt. In allen diesen Fällen kann die Funktionskette Harnblase, Rückenmark und Gehirn gestört sein. Folge: Blasenfunktionsstörungen.

Auch Darmfunktionsstörungen könnten damit verbunden sein. Im Programm des Neuro-Uro-Tags wird deshalb in Einzelvorträgen auf alle wichtigen Aspekte dieses Krankheitsbildes und ihre Behandlungsmöglichkeiten eingegangen. Dabei geht es auch um einzelne Krankheitsbilder wie eingeschränkte Sexualfunktion als Folge neurologischer Erkrankungen oder "neurogenen Darmerkrankungen".

Bei den Behandlungsmöglichkeiten wird ein breites Spektrum von Alternativen vorgestellt. "Qigong als Alltagshilfe für Niere, Blase und Darm" gehört ebenso dazu wie die "gesunde Ernährung für Blase und Darm" oder auch die " Phyto-/Pflanzliche Therapie". Vorher werden aber auch medikamentöse Therapien und ihre Nebenwirkungen, Injektionen mit und ohne Narkose sowie Blasenschrittmacher vorgestellt.

Zahlreiche Experten referieren über die einzelnen Themenbereiche. Darunter sind außer Chefarzt Prof. Bschleipfer der Assistenzarzt Johannes Kaiser zusammen mit Cornelia Schnorrer, die Apothekerin Joanna Ostaszewska, die Naturheilkunde- und Ernährungsberaterin Elisabeth Klimmek und die Quigong-Lehrerin Ute Gleissner. Sehr ausführlich wird sich die Veranstaltung auch dem Themen Querschnittserkrankungen, Rollstuhlfahren und Rollstuhlsport widmen. Dazu wird die Firma rollactiv aus Weiden, die 50 aktive Rollschuh-Basketballer betreut, Hilfsmöglichkeiten und Produkte vorstellen. Geschäftsführer Thomas Mückl installiert mit Stefan Kessler einen Parcour für Rollstuhlfahrer.
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