US-Schülerin am Gymnasium
Am liebsten Weißwürste

Ein tolles Jahr nennt Maria Bacon (Mitte) ihre Zeit am Gymnasium Eschenbach. Die Gastschülerin aus Washington ist begeistert von Bayern und den Schulfreundschaften am Gymnasium auch mit Cassandra Rush (links) und Ann-Kathrin Dorner (rechts). Bild: do

Ein Dirndl hat sie sich bereits gekauft, jetzt braucht Maria Bacon noch ein bayerisches Kochbuch. Ein knappes Schuljahr verbrachte die US-Schülerin in der Klasse 10a am Gymnasium, nun wechselt sie zurück ins US-Schulsystem. Auch wenn es anfangs nicht leicht war: Zum Ende des Austauschjahres fühlt sich Bacon mit ihren Mitschülern wohl. "Ich habe mich eingewöhnt und besitze einen festen Freundeskreis", erklärt sie nicht ganz in Hochdeutsch. Eher klingt etwas sehr Bayerisches durch. Die Themen, über die sie mit ihren Freundinnen "labert", sind groß. Ob ihr amerikanischer Deutschlehrer alles verstehen würde, bezweifelt sie aber.

Unvergessliche Höhepunkte ihrer Gymnasialzeit habe es einige gegeben: eine bayerische Kirchweih, samt Kirwabaum, Kirwatanz, Bratwürste und Blasmusik, war ihr unbekannt. Und dazu die Dirndl, "einfach sensationell nennt Maria Bacon das fesche bayerische Gwand". Inzwischen besitzt sie selbst eins, das hat sie für einen Auftritt mit D'Saitenmusik im Vierstädtedreieck besorgt. In der bayerischen Volksmusiktruppe spielt sie seit einigen Wochen den Kontrabass (wir berichteten).

Über Bayern habe sie anfangs gedacht, "da gibt's nur Kartoffel mit Fleisch". An deftige Speisen und Brotzeiten habe sie sich längst gewöhnt und finde sie lecker - bis auf Leberknödelsuppe. Semmelknödel, die Brotvielfalt und das unüberschaubares Wurstsortiment? "Ich probiere und genieße", sagt die Austauschschülerin. Etwas sonderbar in der Optik und doch wunderbar findet Maria übrigens Weißwürste. "Die esse ich am allerliebsten."

Schulisch wundert sich Bacon über die vielen Fächer. "Bei uns muss ich nur sieben Fächer belegen, hier sind es mindestens 15". Normal ist für Maria Bacon die nationale Vielfalt an den Schulen. Dagegen überraschte sie am Gymnasium eine Klasse ohne jeden Ausländer. Zur Freizeitgestaltung gehören Reisen durch Deutschland und die angrenzenden Länder. "Das hat mich schwer beeindruckt."

So staunte sie über unterschiedliche Regierungssysteme und viele Sprachen. Diese Erfahrungen führten zur Gesamteinschätzung "Bayern ist etwas Besonderes und noch besser als der Rest der Republik". Mit Bacon freute sich Schulleiter Knut Thielsen über die guten Erfahrungen am Gymnasium aber auch über die neuen Kontakte seiner Zehntklässler. Die wollen die Verbindung zu Maria Bacon unbedingt aufrecht erhalten.
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