Ver.di mit neuen Herausforderungen – große Jubilarehrung
Digitalisierung gewerkschaftlich mitgestalten

Sie sind die Keimzelle der Solidarität. Die Verdi-Jubilare mit 40, 50, 60, 65 und 70 Jahren Gewerkschaftstreue erhielten Ehrungen. Bilder: Dobmeier (2)
 
Auf 25 Jahre blicken diese Ver.di-Mitglieder zurück und ihnen galt der Dank mit Präsenten von den hauptamtlichen Ver.di-Vertretern. Bild: Dobmeier

Als gewaltige Revolution bezeichnet Josef Falbisoner, der ehemalige Verdi-Landesbezirksleiter Bayern, die anlaufende Digitalisierung. Onlinehandel, Kassenautomaten und Onlinebanking nennt er als Beispiele. Allein in der Autoindustrie stehen dabei bundesweit bis zu 60 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Rothenstadt. (rdo) "Die Arbeitswelt wird sich in einem Maße verändern, wie wir es uns jetzt noch nicht vorstellen können." Das sei die Verdi-Herausforderung der Zukunft, sagte der Festredner bei der großen Jubilarehrung im Lehnersaal Rothenstadt, der erstmals nach der Wiedereröffnung eine Großveranstaltung beherbergte.

Altersarmut droht


"Wer feiert lädt sich Gäste ein", begrüßte Verdi-Regionsvorsitzender Oskar Salfetter die vielen Jubilare und die Ehrengäste. "Gewerkschaftsmitglied zu sein heißt gemeinsames Handeln. Das Kapital sind die Mitglieder von denen es in Deutschland zwei Millionen und in der Oberpfalz 23 000 gibt." Der AOK-Chor unter der Leitung von Thomas Knöbel trug mit sozial-politischen Liedern zur musikalischen Umrahmung bei.

Falbisoner weiter: In Deutschland könne eine Vielzahl der Menschen von ihrer Arbeit nicht leben. Dies verursache später einmal Altersarmut. Die Banken hätten aus der Finanzkrise nichts gelernt, sagte Falbisoner. Er forderte eine echte Finanz- und Transaktionssteuer.

Junge Menschen in Europa sähen die EU als Bedrohung an und fürchten die Arbeitslosigkeit. 60 Millionen Menschen seien auf der Flucht vor Krieg und Hunger. Europa müsse sich hier solidarisch zeigen.

Der Tag der Ehrung bringt auch Erinnerung an erreichtem gewerkschaftlichen Errungenschaften mit sich, die Rechte der Arbeitnehmer und den gerechten Lohn. Aber viele Betrieb steigen aus dem Manteltarifvertrag aus. "Ist das eine gerechte Welt - der Opa hat einen Minijob, der Vater einen Zweitjob und der Enkel einen befristeten Arbeitsvertag?" Der Anteil der Fulltimejobs sei geringer als nach der Wiedervereinigung.

Seine Anerkennung für die Solidarität und langjährige Treue sprach Bürgermeister Lothar Höher auch im Namen des Oberbürgermeisters aus. Aus Angst vor Flüchtlingen und globalen Problemen wählen die Bürger rechte Parteien. MdB Uli Grötsch nannte die Gewerkschaft als Keimzelle der Solidarität. Jeden Tag müsse man den Kampf neu beginnen. Er gratulierte allen Geehrten, besonders Seniorenbezirksvorsitzenden Manfred Haberzeth für dessen 50-jährige Lebensleistung. "Ihr habt viel Positives erreicht und für die Rechte der Arbeitnehmer gekämpft", lobte Peter Hofmann vom DGB, Region Nord. Bezirksvorsitzende Petra Graf sah viel gelebte Gewerkschaftsgeschichte im Saal: "Verdi ist aufregend stark und bunt und aus fünf Einzelgewerkschaften vor 15 Jahren entstanden. Die Anwesenden haben ihren großen Beitrag dazu geleistet, Arbeitnehmerrechte zu stärken."

Verdi-EhrungenEhrenbriefe Urkunden, Ehrennadeln und Präsente gab es für die langjährigen Mitglieder: 70 Jahre: Rosalinde Richtmann, 65 Jahre : Albert Anderl, Otto Fischer, Julius Kauschinger; 60 Jahre: Elisabeth Dinant, Marianne Enslein, Erhardt Kähre, Heinrich Nefe, Josef Puff, Peter Tögel, Walter Ullsperger; 50 Jahre : Veronika Hagn, Josef Baumer, Friedrich Siegmund, Ernst Gollwitzer, Verdi-Seniorenvorsitzender Oberpfalz Manfred Haberzeth, Georg Herzer, Johann Hösl, Wilhelm Jakob, Manfred Kuchner, Peter Kunz, Josef Leipold, Günter Lopatta, Andreas Meiler, Johann Meindl, Herbert Paulus, Franz Reil, Manfred Sand, Reinhard Seibert, Gottfried Stadlbauer, Georg Urbanek, Wolfgang Vetter, Alois Zitzmann; 40 Jahre : Adelheid Bodem, Hermine Füssl, Evelyn Giehl, Cornelia Hammerl, Ingrid Hubeny, Brigitte Milakowitsch, Maria Pschierer, Elke Schulz, Chistine Sommer, Willibald Bäumler, Lorenz Beierl, Josef Dagner, Horst Eschenbecher, Roland Farmbauer, Dieter Fischer, Josef Gollwitzer, Werner Heinrich, Gerhard Hohlrüther, Manfred Kick, Gerhard Lang, Wolfgang Lindner, Albert Lobenhofer, Josef Schaumberger, Karl Schmidt, Karl Stadler, Walter Stretz, Karlheinz Turbanisch.

25 Jahre: Gülsüm Batibey, Brit Beyer, Maria Birkhof, Elisabeth Bloeth, Angelika Bock, Daisy Brenner, Ursula Derda, Inge Dütsch, Manuela Ebermann, Marie Luise Eckstein, Beate Ermer, Gabriele Färber, Eva Forster, Gerlinde Frank, Andrea Frenzel, Manuela Gradewald, Jona Gross, Ulrike Grünauer, Martina Haller, Brigitte Helm, Marion Kammerer, Maria Köferl, Anke Köhler, Vera Koller, Margit Lackner, Renate Lang, Brigitte Lippert, Monika Münchmeier, Lydia Münch, Kerstin Neumann, Monika Ochs, Bärbel Otto, Petra Philippi, Monika Pietrasch, Cäcilia Prediger, Hannelore Rast, Eveline Reil, Monika Rietsch-Schmid, Claudia Rittner, Karin Rosborsky, Anna Salfer, Christine Schaar, Manuela Scharnagl, Christina Schmidmeister, Edeltraud Schmidt, Christa Schmucker, Tina Schneider, Tanja Schulz, Roswitha Schulze, Bettina Straczowski, Gisela Süssmuth, Carola Trenz, Nadja Trenz, Adelheid Wolfinger, Günay Wurm, Rita Zenger, Hildegard Zoltziar, Peter Bäumler, Josef und Oliver Böhm, Peter Böttcher, Harald Eichner, Stephan Erras, Markus Gralla, Josef Grauvogl, Thomas Greiner, Manfred Güntner, Lothar Haberzeth, Josef Hanauer, Günther Helgert, Wolfgang Hunsperger, Christian Jost, Stefan Kellner, Stefan Kinnner, Alfred Kromp, Marco Kropf, Markus Ludwig, Günther Nößner, Jürgen Orlik, Reiner Rosner, Rudolf Schieder, Christian Schmauß, Hubert Schuller, Georg Sigritz, Volker Stickel, Peter Uhl, Josef Vollath, Rainer Wagner, Hans Walz, Günther Wieland, Manfred Winkler, Franz Witt, Reiner Würf, Harald Zenger, Jürgen Zintl. (rdo)
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