Verdi-Senioren wehren sich gegen Spaltung der Generationen
Solidarische Gesellschaft verteidigen

Der Postkeller ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Themen, die derart interessierten: Solidargemeinschaft, Rente und Altersarmut. Bild: hfz

Digitalisierung hat auch zum Ergebnis, dass immer weniger Menschen in immer kürzerer Zeit immer mehr produzieren können. Entscheidend sei, wie das Ergebnis auf die gesamte Gesellschaft verteilt werde, meint Manfred Haberzeth, Bezirksvorsitzender der Verdi-Senioren.

Dabei ist Haberzeth klar, dass die Digitalisierung auch zunehmend den Alltag der Senioren bestimmt. Banken, Versicherungen, Nah- und Fernverkehr und vieles mehr fordere auch die ältere Generation heraus. Es gelte, die Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens zu erhalten. Die solidarische Gesellschaft müsse verteidigt und ausgebaut werden. Das gehe nicht von selbst. Wer will, dass gute und sichere Arbeit, die Absicherung gegen die Wechselfälle des Lebens oder eine intakte Umwelt auch die nächste Generation begleitet, müsse sich aktiv einbringen.

Der Rückblick über den Einsatz der Verdi-Senioren in der Region macht deutlich, dass die Mitglieder sich für die gesellschaftliche Entwicklung interessieren und besonders die junge Generation im Blick haben. Alfred Meier berichtete von Fahrten nach Pilsen und Franken. Über die Senioren von Post und Telekom informierte Vorsitzender Manfred Kuchner.

Mit den Grundsätzen der gesetzlichen Rentenversicherung beschäftigte sich Regionssekretär Peter Hofmann. Anhand von Beispielen für Kinderpflegerin, Krankenpfleger und Gebäudereiniger zeigte er auf, was Betroffene nach geltendem Recht im Alter zu erwarten haben. Die seit 20 Jahren betriebene Absenkung des Rentenniveaus entlasse die junge Generation massenhaft in die Altersarmut. Sie müssten sich für eine Kehrtwende einsetzen.

Die Vorschläge des DGB zielten auf einen Stopp bei der Absenkung des Rentenniveaus. Sie würden auch Wege der Finanzierung aufzeigen und hätten die Problematik der Erwerbsminderung im Blick. Dreh- und Angelpunkt ist für Hofmann der Arbeitsmarkt. So arbeiten laut Hofmann 38 Prozent der abhängig Beschäftigten in Bayern in atypischen Arbeitsformen. Hier sei eine Trendwende zwingend erforderlich.

Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner griff die Debatte aus betrieblicher Sicht auf. Tarifverträge sind für Arbeitnehmer unverzichtbar. Sie bringen bessere Einkommen, regeln die betriebliche Altersversorgung und bilden die Grundlage für gute Arbeit. Allerdings sei die Verbreitung laut Sozialbericht rückläufig. Besonders in Kleinbetrieben steigen Arbeitgeber aus der Tarifbindung aus. Arbeitnehmer könnten darauf Einfluss nehmen, meinte Gröbner. Dreh- und Angelpunkt dafür sei ein guter Organisationsgrad.
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