Verein "Trauernde Eltern" gedenkt ihrer verstorbenen Kinder
65 Kerzen und jede steht für ein verstorbenes Kind

Über 65 Kerzen - jede für ein verstorbenes Kind und dessen Angehörige - brannten bei einer gemeinsamen Gedenkfeier in St. Johannes. Bild: hfz

Unter dem Motto "Ein Licht geht um die Welt" stellen seit vielen Jahren Betroffene, die um ein Kind trauern, am zweiten Sonntag im Dezember Kerzen in ihre Fenster. Die Initiative zu dieser Aktion geht von den "Compassionates Friends" (trauernde Eltern) in den USA aus. Dieser Tradition folgend fand auch in der Kirche St. Johannes in Weiden ein Gedenkgottesdienst statt, den die Selbsthilfegruppe "Trauernde Eltern" organisiert hatte.

Gemeindereferentin Doris Schmidt (Herz Jesu) begrüßte zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler aus Rothenstadt Angehörige und Freunde von mehr als 60 verstorbenen Kindern, die auch Bilder ihrer Lieben mitgebracht hatten. Chordirektor Peter Kosmus umrahmte mit der Singgruppe der Pfarrei Herz Jesu mit einfühlsamen Liedern das Gedenken.

Der ökumenische Wortgottesdienst stand unter dem Leitwort des Psalms 91 "Unter Gottes Schutz". Nach dem Eintrag in das Buch der Erinnerung wurde zum Gedenken für jedes verstorbene Kind eine Kerze entzündet. Ein Klagegebet brachte die Tränen und die langfristige Verletzlichkeit Trauernder zum Ausdruck.

In seiner Predigt stellte Notfallseelsorger Pfarrer Pauckstadt-Künkler fest, dass Worte den Schmerz der Betroffenen oft nicht auszudrücken vermögen. Ausführlich erläuterte er die vielen Erscheinungsformen von sichtbaren und unsichtbaren Engeln, in denen Gott den Trauernden spürbar unter die Arme greifen möchte. So dürfe man dem inneren Gefühl der engelgleichen Begleitung ebenso folgen wie jenen Mitmenschen, die sich im Alltag in schwerster Lebenszeit als "wahre Engel" beweisen. Die namentlich beschrifteten Kerzen konnten mit einem Engelsgruß mit nach Hause genommen werden. Im Anschluss an die Gedenkfeier waren die Teilnehmer zum Gedankenaustausch ins Pfarrheim von St. Johannes eingeladen. Die offene Selbsthilfegruppe "Trauernde Eltern" trifft sich jeden letzten Montag im Monat um 19.30 Uhr im Caritas-Sozialzentrum in Weiden.
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