Verkehrsaktion: Leser melden Brennpunkte
Rennstrecken und Staustellen

Auf Höhe des Verbrauchermarktes in der Peuerlstraße fehlt ein Fußgängerüberweg.
 
Eine Witt-Mitarbeiterin hat beobachtet: Relativ häufig ordnen sich Autos hier auf der linken Spur ein - als wäre die Goethe- eine Einbahnstraße.
 
Im Wendehammer in der Johann-Sebastian-Bach-Straße bleiben schon mal Brummis stecken.

Die Anwohner der Hohenstaufenstraße wollen die Raser herbremsen. Mit einer Tempo-30-Zone. So eine gibt es auch bei der Schule in der Pressather Straße. Aber, so klagt ein Leser: Zu wenige halten sich dran.

Während Fußgänger den Verkehr drosseln wollen, geht es Autofahrern in manchen Bereichen nicht schnell genug. Bei unserer Verkehrsaktion kommen alle Fraktionen zu Wort. Wir hatten Sie, liebe Leser, aufgefordert, uns kritische Stellen im Stadtverkehr zu melden. Ihre Hinweise haben wir mit zwei Experten der Stadt Weiden besprochen: Dezernent Hermann Hubmann und Andreas Bauer, Leiter der Verkehrsbehörde.

Prößlstraße (1):

Problem: Mit einem "wichtigen Anliegen" melden sich Anwohner und Bewohner der Seniorenwohnanlage in der Hohenstaufenstraße 62-66 und der Prößlstraße zu Wort: Nach dem Abbiegen von der Mooslohstraße rasten viele Autos die Prößlstraße hinauf. "Es ist gefährlich, wenn man die Seniorenanlage verlässt und die Straße überqueren möchte", erklärt Andrea Müller. "Auch aus der Gegenrichtung rauschen sie den Berg hinunter. Es ist eine richtige Rennstrecke." Wie auch die Hohenstaufenstraße "in beiden Richtungen".

Lösung: Die Anwohner wünschen sich "eine Tempo-30-Zone in Höhe der Seniorenwohnanlage, vom Kreuzungsbereich bis zum Martin-Schalling-Haus". Andreas Bauer kündigt Messungen an, um die Vorwürfe zu überprüfen.

Peuerlstraße (2):

Problem: Wie gelangen die Passanten aus Richtung Rehbühl zum Verbrauchermarkt an der Peuerlstraße? Auf direktem Weg, hat Susanne Kempf beobachtet: "Sie passieren die vielbefahrene Straße ohne Ampel oder Zebrastreifen. Die nächste Ampel ist 500 Meter entfernt an der Ecke Christian-Seltmann-/Peuerlstraße. Den Umweg macht kein einziger Kunde. Zumal viele Senioren sind, die weite Wege scheuen."

Lösung: ein Fußgängerüberweg. Die Stadt sichert zu, die Möglichkeit zu prüfen.

Christian-Seltmann-Straße (3):

Problem: Gerade auswärtige Autofahrer hätten so ihre Probleme, wenn sie stadtauswärts unterwegs sind, stellt Wolfgang Lindner fest: "Nach Durchfahrt der Unterführung zeigt die auf der rechten Spur angebrachte Fahrbahnmarkierung an: geradeaus und rechts. Urplötzlich nach der Einfahrt in die Peuerlstraße ist nur noch für rechts markiert." Mancher ortsunkundige Fahrer müsse anhalten und "sich nach links reindrängeln".

Lösung: "Wie leicht könnte man das Problem durch Vorwegmarkierungen auf der Straße beheben", glaubt der Leser. Hubmann bezweifelt das. Das grundsätzliche Problem sei, "dass einen die Leute die Spur nicht wechseln lassen", glaubt er. "Jede Lösung steht und fällt damit, dass Autofahrer Rücksicht nehmen."

Frauenrichter Straße/Mühlweg (4):

Problem: In der Nähe des Restaurants an der Frauenrichter Straße "kann man kaum rausfahren", beklagt ein anonymer Leser. Die von rechts kommenden Wagen sehe man kaum: Parkende Transporter versperrten die Sicht.

Lösung: Der Leser findet: "Ein Spiegel wäre cool." Ein solcher biete oft nur eine trügerische Sicherheit, meint Hubmann. Außerdem gelte der Bereich nicht als Unfallschwerpunkt. Bauer: "Wenn man sich mit dem Auto vortastet, kommt man eigentlich gut raus."

Ketteler-, Asylstraße und andere (5):

Problem: Mitte des Jahres zog Christian Kittelmann in die Asylstraße. Am Wochenende wird der Weg zum Auto schon mal länger. Denn da sei er - wie viele andere Anwohner - gezwungen, im Gewerbegebiet Mitte oder in der Prinz-Ludwig-Straße zu parken. Rund um die Josefskirche gebe es am Freitag- und Samstagabend ab 21 Uhr keine Chance mehr, einen Parkplatz zu ergattern, schreibt Kittelmann. "Es gibt zwar zahlreiche Anwohnerparkplätze, jedoch sind diese zum überwiegenden Teil von Besuchern aus Weiden und Umgebung besetzt."

Lösung: Der Leser fordert regelmäßige Kontrollen durch die Stadt. Seine Einschätzung: "Die Einnahmen decken die Kosten der Kontrollen definitiv." "Wir kontrollieren dort bereits, auch abends und an den Wochenenden", berichtet Hubmann. Nicht zuletzt deshalb sei es "schwer nachvollziehbar", weshalb es dort überhaupt ein Parkplatz-Problem gibt. "Gerade zu den fraglichen Zeiten kostet Parken in der Allee-Tiefgarage nicht viel. Warum gehen Autofahrer das hohe Risiko eines Knöllchens ein?"

Schillerstraße (6):

Problem: Über eine "schlechte Ampelschaltung" ärgert sich Wolfgang Roy, wenn er vom Rot-Kreuz- in Richtung Josef-Witt-Platz fährt. Seitdem der Witt-Platz neu markiert sei, habe man den Eindruck, ab der Albrecht-Dürer-Straße weite sich die Fahrbahn auf zwei Spuren auf. "Dies hätte auch den Vorteil, dass bei Rot die Fahrzeuge aus der Dürer-Straße besser in den Witt-Platz einbiegen könnten." Pustekuchen aber: Auf der rechten Seite befindet sich ein Radstreifen und eine "für mich vollkommen unsinnige und überflüssige Sperrfläche".

Lösung: Bei zwei Fahrspuren könnte der Verkehr zwischen Dürer- und Frauenrichter Straße flüssiger laufen, glaubt Diplom-Bauingenieur Roy. Den Vertretern der Stadt ist das Problem bisher nicht bekannt.

Goethe-/Schillerstraße (7):

Problem: Von ihrem Arbeitsplatz bei Witt aus beobachtet Yvonne Gleißner regelmäßig - "bestimmt ein Mal pro Woche" - folgende Situation: Autos, die von der Goethe- in die Schillerstraße abbiegen, ordnen sich links ein - "als wäre es eine Einbahnstraße".

Lösung: Auch dieser Sachverhalt ist den Experten neu. Wegen der Stadtgalerie-Baustelle müsste dort doch ohnehin weniger Verkehr sein, wundert sich Hubmann.

Bahnhofstraße (8):

Problem: Bei der Ausfahrt von der Hauptpost in die Bahnhofstraße schreibt ein Schild die Fahrtrichtung rechts vor. Allerdings wollten ja die meisten Fahrer nach links ins Stadtinnere, weiß Karl Frank. Und mancher missachtet daher das Linksabbiegeverbot. "Lässt sie ein Fahrer (auf der Bahnhofstraße) gewähren, dann wird auch auf dieser Spur der Verkehr zusätzlich und unnötig behindert."

Lösung: Frank würde ein weiteres "Rechtsabbiegen-Schild" aufstellen. Denn das aktuelle sei "nicht gerade optimal zu sehen". Standort und Größe seien jedoch durch die Straßenverkehrsordnung festgelegt, erklärt Hermann Hubmann.

Pressather Straße/Zur Waldrast (9):

Problem 1: Rückwärts rangierende Lastzüge behindern bei der Einfahrt zu Eurosand laut Wilfried Setzer häufig den Verkehr in der Pressather Straße. Die Lage verschärften Mitarbeiter des Unternehmens, die in dem Bereich entlang der Pressather Straße parkten. Schon im Begegnungsverkehr mit Linienbussen "geht es teilweise sehr eng zu". Eine weitere Engstelle macht der Leser bei der Firma Knorr aus.

Lösung: Für den letztgenannten Bereich empfiehlt Wilfried Setzer am Ende der Parkplatzmarkierungen ein eingeschränktes Halteverbot. Andreas Bauer will diesen Vorschlag prüfen.

Problem 2: Im Bereich der Schule in der Straße Zur Waldrast werde "permanent gerast", hat Karl-Heinz Nistler beobachtet - "hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden".

Lösung: Unübersehbar ist der Bereich Schule/Kindergarten als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Hubmann verweist auf häufige Kontrollen der kommunalen Verkehrsüberwachung.

Johann-Sebastian-Bach-Straße (10):

Problem: Christine Herb wohnt in einem Mehrfamilienhaus am Ende einer Sackgasse. "Genau vor meinem Schlafzimmerfenster ist der Wendekreis." Was für unruhige Nächte sorgt. Denn immer wieder würden sich lange Lastzüge dorthin verfahren und im Rondell "stecken bleiben". "Rangierzeiten bis zu einer halben Stunde sind keine Seltenheit." Hinzu kämen "Moped-Cowboys und Auto-Rowdies", die johlen und auch schon mal Böller zünden. Und Landwirte würden die Sackgasse als Zufahrt zu den dahinterliegenden Wiesen nutzen. Dazu müssen sie durch einen Bach. Immer wieder kämen Fische unter die Räder.

Lösung: Die Leserin fordert zumindest eine "Tempobegrenzung". Bauer will Messgeräte aufstellen lassen. Maßnahmen wegen der Lastwagen gestalten sich schwierig: "Möglicherweise funktioniert das eine oder andere Navi nicht", vermutet Hubmann. Und die Landwirte? Sie müssten ja irgendwie zu ihren Feldern gelangen, zeigt der Dezernent Verständnis.
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