Verkehrsaktion: Lieber Ampel als Kreisverkehr
Endlich mal andersrum

Im Kreisverkehr bei Obi in der Regensburger Straße läuft's alles andere als rund, hat ein Leser beobachtet. Seine Meinung: Nicht nur an dieser Stelle wäre eine Ampel besser. Bild: Wilck

Der Rechtsdezernent hat schon recht: Im Straßenverkehr werde keine Regelung jemals so gelingen, dass alle zufrieden sind, stellte Hermann Hubmann kürzlich fest. "Die perfekte Lösung gibt es nicht." Den Fußgängerweg, auf dem Passanten sicher über die Straße kommen, mag der eilige Autofahrer als Zumutung empfinden. Zum Beispiel. Große Ausnahme: Kreisverkehre. Von denen gebe es viel zu wenige, meinten viele Teilnehmer an unserer Verkehrsaktion. Unisono. Prompt sind weitere Kreisverkehre in Planung, so in der Vohenstraußer Straße ("Schillerkreuzung") und im Bereich Friedrich-Ebert-/Leuchtenberger Straße. Und plötzlich schwimmt dann doch einer gegen den Verkehrsstrom.

Karl Franks Urteil über Kreisverkehre: "In vielen Fällen sind sie Verkehrsbehinderungen!" Als Beleg führt er unter anderem den Punkt B 22/Neustädter Straße an, für den zur Eröffnung des Generationenmarktes ein Kreisel im Gespräch war. Frank: "Von Staus bis Altenstadt, ja sogar Neustadt war die Rede. Mit Ampel läuft jetzt aber alles reibungslos." Aber auch bestehende Kreisverkehre hat der Leser unter die Lupe genommen: die beiden in der Regensburger Straße, bei der Polizei und bei Obi. Seine Erkenntnis: Bei starkem Verkehr müssten Autofahrer ohnehin anhalten, ob vor einem Kreisel oder einem Verkehrszeichen, wäre dann auch schon egal. Doch auch bei schwachem Verkehr stocke der Fluss. "Weil leider ein Großteil der Fahrer offensichtlich die Regeln fürs Blinken nicht kennt oder es einfach unterlässt."

Bekanntlich sollen Autofahrer beim Ausfahren aus dem Kreisel blinken, beim Einfahren jedoch nicht. Karl Frank hat's "aus Langeweile" überprüft, an einem Spätnachmittag im November 2013. 41 Autos in Folge hat er beobachtet. Ergebnis: "1 Mal im Kreisel links geblinkt. 8 Mal beim Ausfahren geblinkt und 32 Mal beim Ausfahren nicht geblinkt."

Derartige Irritationen würden sich natürlich mit einer Ampel erledigen. "Und sie hätte außerdem noch den großen Vorteil, dass man sie in verkehrsschwachen Zeiten ausschalten kann." Viel teurer könne diese Lösung auch nicht sein. Schließlich muss ja auch Dezernent Hubmann die Kreisverkehr-Fans immer wieder daran erinnern, dass ein Kreisel bis zu 500 000 Euro kostet. Die Theorie des NT-Lesers kommentiert Hermann Hubmann dennoch knapp: "Die Kreisverkehre, die wir in Weiden haben, haben sich bewährt." Andere Meinungen sind natürlich wie immer zulässig. Denn allen kann man's ohnehin nicht recht machen.
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