Verkehrsexperte josef Argauer berät Senioren "ab 50" in Sachen Verkehrsrecht
E-Bike nicht unterschätzen

Josef Argauer klärt die Zielgruppe "50 plus" über das richtige Verhalten im Verkehr auf. Er informiert über das aktuelle Verkehrsrecht sowie über die korrekte Verwendung von E-Bikes und motorischen Gehhilfen. Bild: gsb

Das Wissen bei älteren Fußgängern und Radfahrern ist oft nicht mehr zeitgemäß. Josef Argauer von der Weidener Verkehrswacht frischt es auf. Seine Zielgruppe: "50 plus".

(plue) "Sicher über 50 fahren." So lautete der Titel von Argauers Vortrag. Der Polizeifachlehrer klärte im Maria-Seltmann-Haus über das Verkehrsrecht von Fußgängern und Radfahrern auf.

Beispielsweise erklärte Argauer, wie sich Fahrradfahrer auf einem Schutzstreifen richtig verhalten. Diese weiß gekennzeichneten Seitenstreifen mit Fahrradsymbol sind inzwischen auf sämtlichen wichtigen Straßen in der Stadt zu finden. "Rechtlich ist ein Schutzstreifen kein Radweg. Ein Pkw darf darauf fahren, wenn er den Fahrradfahrer nicht gefährdet. Als Autofahrer darf ich den Radler aber behindern", betonte Argauer. Ebenso dürfen Autos auf den Streifen wohl halten. Allerdings ist das Parken nicht erlaubt.

Viele ältere Verkehrsteilnehmer steigen inzwischen auf E-Bikes um. "Die elektrischen Räder können es aber auch ganz schön in sich haben", sagte Argauer. Daher empfiehlt der Experte auf folgende Punkte beim Kauf zu achten:

Ein Helm sei zwar gesetzlich nicht notwendig, könne aber im Ernstfall hilfreich sein.

Das Rad sollte nicht mehr als 250 Watt beim Fahren dazu geben.

Ein Mittelnabenmotor verteile das Gewicht des Fahrers auf dem Rad besser.

"Achten Sie auf eine Rücktrittbremse." Gute Räder haben eine Scheibenbremse und nicht nur eine Felgenbremse.

Argauer riet den Zuhörern, in ihrer privaten Haftpflichtversicherung darauf zu schauen, ob motorbetriebene Fahrzeuge versichert sind.

Für empfehlenswert hält Argauer eine Anfahr- und Schiebehilfe, besonders gut für Fahrten bergauf.

Zudem ging der Referent auf motorisierte Krankenfahrstühle ein. "Jedes Kraftfahrzeug, das schneller als die Schrittgeschwindigkeit (etwa 6 bis 10 km/h) fährt, muss versichert werden und braucht ein Kennzeichen", informierte Argauer. Allerdings ist zu beachten, dass ein solches Gefährt in Fußgängerzonen nur im Schritt-Tempo gefahren werden darf.

"Darf ich als Fußgänger Kopfhörer tragen?", fragte eine Besucherin. Argauer antwortete: "Sie müssen gewährleisten, dass Sie andere Teilnehmer nicht gefährden und im Ernstfall beweisen können, dass Sie nicht abgelenkt waren." Das selbe gelte auch für Smartphones im Verkehr. Gerade im Alter seien Menschen nicht mehr so agil. Daher müssten sie auf der Straße besonders aufpassen.

"Viele Straßen werden enger", hat Argauer beobachtet. "Zugleich handeln Autofahrer vermehrt rücksichtslos. Doch keiner kann im Verkehr immer auf sein Recht pochen." Der Referent rief zu mehr Rücksichtnahme und generell zu mehr Vorsicht auf. Er appelliert an Kranke und Senioren: "Wenn Sie wissen, dass Sie herzkrank sind, nehmen Sie Ihre Medikamente und gefährden Sie nicht sich selbst oder andere."
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1 Kommentar
Alexander Unger aus Amberg in der Oberpfalz | 02.12.2016 | 10:30  
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