Verkehrswacht gibt Sicherheitstipps für E-Bikes und Co.
Rasant und manchmal riskant

Einiges über E-Bikes erfuhren die Besucher bei der Infoveranstaltung der Verkehrswacht. Daneben hatten sie viele Fragen zu den Schutzstreifen für Radfahrer, wie sie zum Beispiel auf der Friedrich-Eber-Straße eingezeichnet sind. Bild: Dobmeier

Flott sind sie. Aber es kann mit ihnen auch schnell brenzlig werden. Elektrofahrräder sind nicht selten in Unfälle verwickelt. Mit einer Veranstaltung will die Verkehrswacht gegensteuern.

Das Geschäft mit E-Bikes hat längst Fahrt aufgenommen. Mit zunehmender Verbreitung steigt aber auch die Unfallgefahr. Die Statistik 2014 zeigt, dass von den 614 Verkehrstoten in Deutschland 59 E-Bike-Fahrer waren. Denn die Geschwindigkeit und damit auch der Bremsweg werden von den Lenkern, aber auch den Autofahrern viel zu häufig unterschätzt. Deshalb startete die Ortsverkehrswacht Weiden mit Fachberater Josef Argauer eine Aufklärungsveranstaltung. Ziel war nicht, die Freude am E-Bike zu schmälern, sondern Prävention. Das E-Bike biete eine komfortable Fortbewegungsmöglichkeit, fordere aber auch ein Umdenken bei der Teilnahme im Straßenverkehr, so Argauer.

Elektrofahrräder mit Tretunterstützung bis 25 km/h heißen Pedelecs. Die S-Pedelecs oder auch E-Bikes ohne Tretunterstützung sind bis zu 45 km/h schnell. Die Pedelecs gelten als Fahrräder und dürfen ohne Führerschein und Helm genutzt werden. Sie sind auf dem Radweg richtig. Für S-Pedelecs gilt die Führerscheinklasse AM (alt 4). Nur bei ihnen besteht Versicherungs- und Helmpflicht. Ortsverkehrswacht-Vorsitzender Heinz Kumpf riet aber dazu, generell einen Helm zu tragen. Auch seien Haftpflicht- und Diebstahlversicherung ratsam. Vor dem Abschluss sollte man jedoch bei der Agentur nachfragen, ob nicht ohnehin schon eine bestehe.

Unfälle passieren häufig, wenn Fahrer durch den Blick auf den Bediencomputer abgelenkt sind. Hinzu kommt, dass viele den Bremsweg unterschätzen, der durchaus länger ist, weil die Gefährte wegen der Akkus schwerer sind. Bei Gruppenfahrten sollte deshalb erst recht auf genügend Abstand geachtet werden.

Diskussionsbedarf gab es bei der Informationsveranstaltung zu den mit unterbrochener Linie aufgezeichneten Schutzstreifen mit Fahrradpiktogramm. Diese finden sich beispielsweise in der Friedrich-Ebert-, in der Vohenstraußer Straße stadteinwärts und in Teilen der Bahnhofstraße. Während echte Fahrradwege einen durchgängige Linie aufweisen, dienen diese Streifen lediglich als Leitlinien und sind keine Fahrbahnmarkierung, erfuhren die Besucher.

Dabei sei es für Autofahrer nur erlaubt, die Fahrbahn weiter rechts zu benutzen, um in engen Situationen den Gegenverkehr (Vohenstraußer Straße) nicht zu streifen. Dabei müssten sie aber immer damit rechnen, dass dort ein Zweirad unterwegs ist. Parken auf dem Schutzstreifen ist nicht erlaubt. Gegenüber normalen Fahrbahnen haben Schutzstreifen den Vorteil, dass Radfahrer an wartenden Autos (z. B. bei Ampeln oder Stau) bequem vorbeifahren können. Für Verkehrssicherheit ist dies wichtig, weil Radfahrer so aus dem "toten Winkel" der Autofahrer heraus in deren Blickfeld vorfahren dürfen.

Fachberater Simon Wittmann vom Zweiradcenter Am Forst, in dessen Räumen die Veranstaltung stattfand, informierte über die Akkus von E-Bikes. 500 bis 1000 Ladezyklen sollten diese normalerweise schaffen. Der Kauf eines Ersatzakkus sei nicht notwendig, weil in zwei Stunden 80 Prozent Leistung wieder aufgeladen seien. Bei Transport der E-Bikes auf dem Dachständer eines Autos solle man die Bedienungsanleitung und die Gewichtsangaben beachten. Das Abnehmen des Akkus spare dabei Last. Heckgepäckträger böten hier Vorteile.
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