Vernünftige Miete, ordentliche Marge
Wöhrl Weiden kämpft weiter

Klaus Neumeier steht vor und für Wöhrl in Weiden. Er ist zuversichtlich, dass das Unternehmen die Krise meistert. Bild: Wieder

Es genügt nicht, der Platzhirsch in der Stadt zu sein. "Wir müssen auch die Nummer eins in den Köpfen, die erste Anlaufstelle für die Kunden sein", betont Klaus Neumeier, Leiter des Bekleidungshauses Wöhrl am Unteren Markt.

Weiden. (wd) Gerade darum habe die Filiale in guter Lage in Weiden gute Chancen, die Krise der Rudolf Wöhrl AG schadlos zu überstehen. In einem ersten Gespräch nach der Geschäftsleiterkonferenz versicherte Neumeier am Mittwoch, dass für Wöhrl Weiden keine Gefahr bestehe. 6 bis 10 der insgesamt 34 Filialen würden in dem beantragten Schutzschirmverfahren in drei Monaten geschlossen. "Weiden ist nicht darunter!"

Das Haus in der Max-Reger-Stadt arbeite profitabel. "Das Umfeld passt: Wir haben eine vernünftige Miete, eine ordentliche Marge, vor allem aber Mitarbeiter, die die Wöhrl-DNA in ihren Genen tragen." Miete und Personal seien die größten Kostenblöcke im Einzelhandel. "In Weiden sind wir gut aufgestellt. Wenn alle Wöhrl-Häuser unsere Zahlen hätten, wären wir das Vorzeige-Unternehmen." In Weiden gebe es in einem überschaubaren Zeitraum keine Entlassungen.

Konkurrenz im Netz


Probleme hätten die Häuser in zentralen Lagen der Großstädte mit horrenden Mieten, die nicht an die Umsatzverluste des Einzelhandels, teilweise im zweistelligen Prozentbereich, angepasst seien. "Diese Häuser bringen alles ins Wanken." Der Internethandel mache den Geschäften schwer zu schaffen. Gerade auch Wöhrl. "E-Commerce ist bisher nicht unsere Kernkompetenz." Wöhrl werde die Zentrale verschlanken und die Logistik optimieren.

Für die Filiale in Weiden spreche eine sagenhafte "Conversion-Rate": Im Durchschnitt des Einzelhandels kauften 12 von 100 Besuchern im Geschäft etwas. Bei Wöhrl in Weiden liege diese Quote bei 26 von 100. "Das zeigt die Zufriedenheit der Kunden, die kommen, kaufen und wiederkommen", meint Neumeier, der seit 16 Jahren Wöhrl in Weiden führt.

Umsätze stabilisieren


"Auch wir in Weiden müssen die Umsätze stabilisieren und die Kosten im Auge behalten." Der Handel in der Max-Reger-Stadt spürt zudem, dass der Tourismus in Tschechien schwächelt. Dort fehlen die finanzkräftigen Gäste aus Russland, was sich wiederum auf die tschechische Wirtschaft auswirkt.

Positiv vermerkt Neumeier das bessere Parkplatzangebot nach der Wiedereröffnung der Allee-Tiefgarage. In seinem Haus machen sich der Umbau, die regionale und nun individuellere Ausrichtung des Sortiments mit steigenden Umsätzen bemerkbar. "Wir verdienen gutes Geld."
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