Vertreter der Berufsschule zu Gast in Prag
Über Grenzen ausbilden

Der Vertreter aus Weiden in Prag möchte ein weiteres deutsch-tschechisches Ausbildungsprojekt in Angriff nehmen: Berufsschulchef Josef Weilhammer (Dritter von rechts) beim Workshop in der Deutschen Botschaft Prag.

Weiden/Prag. Direkte Praxiserfahrung und hochwertige Berufsqualifikationen - wegen dieser Aspekte wird das deutsche Duale Berufsausbildungssystem weltweit gelobt. Im Rahmen des "Strategischen Dialogs" hat der Deutsche Botschafter in Prag, Dr. Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven, zum wiederholten Mal eine Expertenrunde ins Palais Lobkowitz eingeladen, um über die Fachkräftesicherung in Tschechien und eine verstärkte Kooperation mit Deutschland in der Berufsausbildung zu diskutieren.

Auch wieder mit dabei: Josef Weilhammer, Leiter der Weidener Europa-Berufsschule, der zu diesem Thema konkrete Vorstellungen in die Runde einbrachte. Ihn unterstützten sein Stellvertreter Thomas Neumann und die Fachbetreuerin Fremdsprachen, Andrea Hielscher, sowie der Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Wiesau, Dr. Wolfgang Eckstein.

Problem Kostenübernahme


Der akute Fachkräftemangel in Tschechien, sagte die Vertreterin des Botschafters Christine Markert, zwinge zum Handeln. Daher werde die Gründung einer deutsch-tschechischen Bildungseinrichtung angedacht. Zunächst solle hier ein höherer Praxisanteil in der beruflichen Bildung Tschechiens besprochen werden, nach dem gerade die hier ansässigen Unternehmer oft riefen.

Bereits beim ersten Treffen im Juni war Weilhammers Bericht über einen Modellversuch an seiner Berufsschule - die Einrichtung einer deutsch-tschechischen Fachklasse in der Ausbildungsrichtung Maschinen- und Anlagenführer" - auf Interesse gestoßen. Auch dieses Mal warb er für ein grenzübergreifendes duales Projekt mit den Sprachen Deutsch, Tschechisch und Englisch sowie einem in beiden Ländern gültigen Abschluss. Dafür eigneten sich der neue Beruf des "E-Commerce-Kaufmanns" sowie gemeinsame Ausbildungen im Bereich Industrie 4.0. Weilhammer brach eine Lanze für das Duale System, das junge Leute aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einem Betrieb innerhalb kurzer Zeit sozialisiere.

Als Hindernis eines deutsch-tschechischen Projekts wurden Fahrtkosten und andere Ausgaben genannt, die wohl nur durch europäische Zuschüsse zu decken seien. Dr. Eckstein entgegnete, man müsse auf beiden Seiten der Grenze agierende Großbetriebe einbeziehen, die Kosten übernehmen und die Weiterbildung der Lehrer gewährleisten könnten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.