Verwaltungsgericht weist Klage gegen Stadt ab
Nach Tiertransport: Züchter müssen zahlen

Zwei der süßen Welpen, die nach dem Tiertransport im Mai 2014 im Nürnberger Tierheim landeten. Die Behandlungskosten will sich die Stadt Weiden von den osteuropäischen Züchtern erstatten lassen. Bild: Uschi Lang

Weiden/Regensburg. Mit einem Tiertransport von Tschechien nach Belgien musste sich das Verwaltungsgericht Regensburg befassen: Die Züchter hatten gegen eine Rechnung der Stadt Weiden von rund 100.000 Euro geklagt. Letztlich erfolglos. Fraglich bleibt jedoch, ob die Kläger das Geld überhaupt haben.

Im Mai 2014 stoppte zu mitternächtlicher Stunde eine Polizeistreife auf der A 6 bei Leuchtenberg einen Transporter mit tschechischer Zulassung. Im Laderaum fanden die Beamten 57 Hundewelpen - Golden Retriever, Labrador Retriever, Cocker Spaniel, Chihuahua, Spitze, Möpse, Bordeaux-Doggen und Französische Bulldoggen. Außerdem waren noch 22 kleine Rassekätzchen "Chat British" an Bord.

Drei Monate Quarantäne


Zwar waren die Papiere der Tiere nicht gefälscht und der Transport durch die hinzu gerufene Tierärztin als "artgerecht" eingestuft worden. Dennoch beschlagnahmte die Polizei die Tiere und ließ sie ins Tierheim nach Nürnberg bringen. Die von den Züchtern veranlassten Impfungen waren deutlich zu früh erfolgt und daher wirkungslos. Sie mussten im Tierheim wiederholt und die Tiere für drei Monate in Quarantäne genommen werden. Für die hierdurch entstandenen Kosten von rund 100 000 Euro musste die Stadt Weiden in Vorlage treten.

Bereits im Sommer 2014 erwirkte die Stadtverwaltung zwei Bescheide gegen das in der östlichen Tschechei ansässige Züchterehepaar. Hiergegen erhob es Klage beim Verwaltungsgericht Regensburg. Im November 2015 bestätigten die Richter mit einem Gerichtsbescheid (der einem Urteil gleich kommt), dass die Ansprüche der Stadt Weiden rechtens sind. Daraufhin stellte der Anwalt der Züchter den Antrag, über seine Klagen mündlich zu verhandeln. Aber auch jetzt konnte er der Forderung der Stadt so gut wie nichts entgegensetzen. Dabei berief er sich auf den schwierigen Kontakt mit seinen Mandanten. Sie hätten ihn bislang nur dahingehend informiert, dass sie die Vorschriften "im Detail nicht gewusst haben".

Schwer nachzuvollziehen, denn immerhin verfügen die Züchter über eine 15-jährige Berufserfahrung. Damit war es keine Überraschung, dass die Klagen abgewiesen wurden.
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