Viel Rummel um Musikhütte
Johnny Gold rockt Christkindlmarkt

"Hey Jude": Die Bude zwischen den Buden war voll beim Auftritt des Schlagerkönigs, der auch mit englischen Titeln begeisterte.

Eigentlich ist er ein Kerl zum Knutschen, aber zum Küssen ist er derzeit ungeeignet. Johnny Gold hatte es am Freitagabend etwas stachelig ums Kinn. Wohl den Rasierapparat verlegt. Konnte bei so viel "Griechischer Wein"-Genuss durchaus passieren.

Trotz Stoppeln im Gesicht war die Las-Vegas-Ikone mit illustrer Show-Vergangenheit einmal mehr der Höhepunkt der diesjährigen Konzertreihe in der "Musikhütte" am Christkindlmarkt. Neben der Gitarre baumelte ein Lebkuchenherz, verliehen von einer Dame aus dem Publikum. Johnny war extra vor ihr auf die Knie gegangen, für die Zeremonie.

Mit viel Gefühl präsentierte Gold seine Lieder, und die Leute klatschten mit. Natürlich gab es immer wieder enormen Applaus. Der Gold-Junge sang von einem "Bett im Kornfeld", von "Anita" und "Alice". Ein unerschöpfliches Repertoire mit poppigen Einsprengseln. Alles stimmte, vom Oldie-Programm bis zum Sound.

Gute, alte Schlagerseligkeit. Das beste aus der Hitparade. Dass er noch niemals in New York war, nahm man ihm nicht ab. Dass er noch nie in zerrissenen Jeans durch San Francisco spazierte, schon eher. Denn Johnny achtet auf sein Äußeres. Über zwei Stunden lang war die singende Fellmütze mit Raubtierplüsch um die Schultern und die Sonnenbrille auf der Nase Mittelpunkt des Christkindlmarktes. Ein hammermäßiges Konzert. Denn Gold scheute auch vor englischer Musik nicht zurück. Einfallsreich, nicht überdreht und trotzdem irre komisch schuf der Barde von Beginn an den Kontakt zum Publikum. Gemeinsam sang man "Hey Jude", "White" und "Merry Xmas". Irgendwann schielte er auf die Uhr, zeigte rüber zur Michaelskirche. "'tschuldigung Ramona Fink, dass ich dich und deine Gospel-Group störe." Als der Abend also seinem Höhepunkt zustrebte, war Schluss.
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