Vier Organisten spielen Max Reger in St. Michael
Mit Viererpack zur Orgelnacht

Edgar Krapp (links) spielte Werke von Bach über Buxtehude und Reger bis Niels Wilhelm. Jean-Baptiste Dupont aus Frankreich (rechts) gibt das Gesamtwerk von Max-Reger heraus. Bilder Kunz (4)

Nur keine Bange, nicht vor Max Reger und nicht vor vier Stunden "Orgelnacht". Die Leiterin der Max-Reger-Tage, Petra Vorsatz, wischte die Sorgen von Beginn an weg. "Wir haben hier in St. Michael vier wunderbare Organisten. In den Pausen gibt es Erfrischungen."

Man konnte Tickets für gleich alle vier Konzerte kaufen. Aber es gab auch die Möglichkeit, sich für einzelne Organisten zu entscheiden. Alle Besucher hielten bis zum mitternächtlichen Finale durch. Die Organisatoren verdankten das Gastspiel in der Michaelskirche Dekan Dr. Wenrich Slenczka, vor allem Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser, der das Reger-Jubiläum von Anfang an tatkräftig unterstützt.

Im Publikum: Der Vorsitzende des Freundeskreises Reger Tage, Dr. Horst Petzold, und der einzige Vertreter des Weidener Stadtrats, Orgelbauer Markus Bäumler von der CSU. "Wir haben diese Orgelnacht ganz bewusst in das Max-Reger-Jahr eingefügt. Reger ist vielen doch vor allem durch seine Orgelwerke bekannt", begrüßte Petra Vorsatz die Besucher. "Und er hat seine bedeutendsten Orgelwerke hier bei uns in Weiden geschrieben."

Zwölf Stücke für Orgel


Harald Feller, Professor an der Münchner Musikhochschule, wo er eine Orgelklasse betreut, stellte seinen Vortrag komplett in den Dienst Regers. Er begann die Konzertnacht mit der sequenzreichen Choralphantasie "Straf' mich nicht in deinem Zorn", die Reger 1899 in Weiden komponiert hatte. Auch die folgenden Stücke hatte der Komponist vor Ort geschrieben: "Benedictus" aus "Zwölf Stücke für Orgel" und die "Inferno Phantasie", beide 1901 verfasst.

Jedes Konzert dauerte rund 45 Minuten. Danach waren die Besucher für ein Viertelstündchen zum Umtrunk ins Kulturzentrum Hans Bauer geladen. Edgar Krapp, der ebenfalls an der Münchner Hochschule für Musik doziert, hatte sich neben Reger auch für Choralbearbeitungen, Fantasien und Vorspiele von Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude und Niels Wilhelm entschieden. Reger etwa widmete er "52 leicht ausführbare Vorspiele zu den gebräuchlichsten evangelischen Chorälen".

Der Italiener Roberto Marini, der unter anderem am Päpstlichen Institut für Kirchenmusik in Rom unterrichtet, hat alle Orgelwerke Regers auf CD eingespielt. Die Aufnahmen konnten in der Kirche erworben werden. Er begeisterte das Publikum mit "Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H" von Franz Liszt, Bachs "Fantasie und Fuge, a-Moll" sowie Regers "Fantasie und Fuge über den Namen B-A-C-H", aus dem Jahr 1900 und in Weiden komponiert.

Den Schlusspunkt setzte der Franzose Jean-Baptiste Dupont, der derzeit dabei ist, alle Orgelwerke Regers einzuspielen. Der Toulouser wird als einer der größten jungen Orgelimprovisatoren in der Tradition Cesar Francks gefeiert und arbeitet als Komponist. Sein Beitrag zu den Max-Reger-Tagen: Bachs "Präludium und Fuge, a-moll", sowie Regers "Präludium und Fuge, G-Dur" und Orgelsonate, d-Moll".
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