Voller Einsatz mit Klappbesen und Fangbox für verirrten Biber in Weiden
Polizei und Feuerwehr retten verängstigten Nager nahe Stadtfriedhof

Mein lieber Biber: Von Polizisten mit Klappbesen in die Ecke gedrängt, blickt der kleine Biber in Richtung Stadtfriedhof. Keine wirklich gute Alternative zur Fangbox, die die Einsatzkräfte der Feuerwehr Weiden bereit gestellt haben, mag sich der kleine Nager gedacht haben - und nahm darin Platz (Bild in der Mitte). Allerdings nicht lange. Da entließen die Feuerwehrleute den kleinen Beißer wieder in die Schweinenaabauen. Bilder: hfz/Feuerwehr Weiden

Katzen am Baum, Tauben am Josefshaus oder Fledermäuse in der ehemaligen Volkshochschule. Beim Feuerwehr-Notruf ist schon immer tierisch was los. Zuletzt wegen eines kleinen, verängstigten Bibers nahe des Stadtfriedhofs.

Der Notruf bei der Feuerwache klingt eindeutig: Auf der einen Seite liegt der Stadtfriedhof, auf der anderen das Blumengeschäft. Dazwischen, in der Straße Am Schwesternheim, sind an diesem Montag gegen 7.30 Uhr einige Autos unterwegs. Das Problem: Mittendrin irrt ein kleiner Biber umher.

Suche nach neuer Heimat


Schnell schnappen sich die Weidener Wehrleute die kleine und große Fangbox in der Wache und jagen mit dem Versorgungslastkraftwagen aus der Garage. "Als wir beim Stadtfriedhof angekommen sind, war die Polizei schon mit drei Mann vor Ort und hatte mit dem Klappbesen mächtig zu tun", erinnert sich Maschinist Sebastian Teichmann.

Denn mit dem Besen, wie sie die Ordnungshüter an Bord eines jeden Streifenwagens haben, halten sie den verängstigten Nager in Schach, treiben ihn sanft in eine Ecke am Rande des Stadtfriedhofs. Derweil postieren die vier Feuerwehrleute die beiden Fangboxen strategisch geschickt. Die Polizisten wiederum stöbern mit ihrem Klappbesen den Biber in eine der Boxen. Die Klappe fällt. Der Biber sitzt fest. Doch wohin mit dem kleinen, verängstigten Nager?

In Absprache mit der Naturschutzbehörde bringen die Einsatzkräfte den kleinen Beißer zu den Schweinenaabauen, wo sie ihn in die Freiheit entlassen. Flugs schwimmt er davon.

Tierrettung ist Gesetz


Übrigens: Das war nicht der erste Biber-Einsatz der Feuerwehr Weiden. Im vergangenen Jahr retteten die Einsatzkräfte einen Nager an der Gabelsbergerstraße. Der allerdings war nicht mehr so niedlich. "Mein lieber Biber. Das war ein Mordstier", erinnert sich Teichmann.

Übrigens: Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere aus Notlagen zu retten, gehört zum Geschäft der Freiwilligen Feuerwehren Bayerns. So will es das Feuerwehrgesetz, Artikel 4.2.2. Hier steht, dass "Maßnahmen gegenüber Tieren [zu ergreifen sind], die selbst eine Gefahr darstellen oder sich in hilfloser Lage befinden".
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