Vom Kauf bis zum Weihnachtstag: Experte verrät, wie der Christbaum lange frisch bleibt
Aufrecht zum Fest

Überall stapeln sich jetzt die Christbäume und warten darauf, ein Zuhause zu bekommen. Michael Gläser ist eigentlich Kaminkehrer. In der Weihnachtszeit hilft er gern beim Baumverkauf aus. Bilder: Götz (2)

Weiden. Den schönsten Christbaum haben: Wie geht das? Vom Kauf bis zum Fest verstreicht mitunter viel Zeit. Ein Experte erklärt, wie Weihnachten nadelfrei bleibt und grün und duftig wird.

In einem Karree aus Bauzäunen steht ein kleiner Wald aus Nordmanntannen. Es riecht nach Holz, Harz und Tannennadeln. Dazwischen empfängt Bernhard Holfelder nahe des Edeka-Centers in der Bauscherstraße viele Leute. Er zieht Tannen hervor, faltet die Zweige auseinander, schüttelt die Bäume kurz auf, dreht sie und verhandelt. Wird er sich mit seinen Kunden einig, schiebt er den Baum durch die Metallröhre. Die biegt die Äste nach hinten, ein Netz umhüllt die Bäume. Holfelder schneidet und bindet. Ein weiterer Christbaum ist verkauft. Wie hält er bis Weihnachten durch?

"Nordmanntannen sind die beliebtesten Bäume, sie halten am besten", sagt Holfelder. Mit Bäumen kennt er sich aus. Deshalb weiß er auch, wie sie nach dem Kauf lange frisch bleiben: Der Baum sollte das Netz anbehalten und in einen Eimer mit Wasser gestellt werden. Wer am Stamm einen Zentimeter absägt, erleichtert dem Baum die Wasseraufnahme. Am liebsten steht er draußen an einer frostfreien Stelle. "Meinen Baum schneide ich jetzt und lasse ihn mindestens zehn Tage draußen liegen. Nach zwei Wochen stelle ich ihn in die Wohnung", sagt Holfelder. Den Baum sofort in die Wohnung zu packen, sei sehr schlecht: Die Wärme schockt die Pflanze und zerstört die Bindung zwischen Nadeln und Ast. In der Folge fallen die Nadeln leichter ab. "Den Baum bitte auch nicht in die Garage oder den Schuppen legen, da wird er trocken."

Und dann wird's ernst, der Baum muss ins Haus: "Am leichtesten lässt er sich aufstellen, wenn er noch im Netz ist", sagt Holfelder. Ist es entfernt, sollte die neue weihnachtliche Wohnzimmerdekoration noch einen Tag Zeit haben, sich "auszustrecken" und alles mal so richtig "hängenzulassen". So seien alle Äste schließlich am richtigen Platz.

In der Wohnung brauche der Baum wieder Wasser. Etwas davon sollte in den Christbaumständer. Die Nadeln bleiben so länger frisch und der harzige Baumduft kann sich besser entfalten. Wer den Baum mit Wasser besprühen möchte, kann dies gerne tun.

Woher kommen die Bäume?Seit Jahren steigt die Nachfrage nach heimischen Bäumen. Bernhard Holfelder bezieht seine Christbäume aus dem Eigenanbau in Georgenberg. Gleichzeitig komme auch viel Ware aus Ost- und Nordeuropa, sagt er. Das drücke die Preise. Die Bäume aus Norwegen und Dänemark hätten nicht so mit dem Nachtfrost im Mai zu kämpfen wie die Bäume in Deutschland. Auch Trockenheit sei ein Problem: Im Rekordsommer dieses Jahres hatten besonders die Blaufichten als Flachwurzler Probleme mit der Wasseraufnahme.
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