Vorbehalte gegen Projekt des Tierschutzvereins
Nachbarn wollen kein neues Tierheim

Die Bürgerliste hatte zum Ortstermin in die Schustermooslohe gebeten. Andreas Uschold (Mitte, mit Mappe) trug die zahlreichen Bedenken der Anlieger vor, die sich mit dem Neubau des Tierheims nicht anfreunden wollen. Bild: Kunz

Die einen freuen sich tierisch drauf, den anderen ist's zum Heulen. Es geht um den Neubau des Weidener Tierheims. Während sich die Vorstandschaft des Tierschutzvereins für Weiden ausspricht, hätten die Anwohner die Tiere lieber in Mantel gesehen.

Ein Standortwechsel wäre nämlich die Alternative gewesen. Eine verpasste, wie Andreas Uschold am Freitag beim Besuch der Bürgerliste meinte. SPD und CSU hätten die Bitte der Nachbarn, ein Vermittlungsgespräch zwischen den Parteien zu suchen, abgelehnt, erklärte Bürgerlisten-Sprecher Reinhard Meier den Ortstermin. "Deshalb haben wir den Kontakt hergestellt."

In Weiden bleiben


Klar ist: Das Tierheim kann so nicht mehr bleiben. Die Auflagen verlangen eine Generalsanierung. Sprich: Die Gebäude mit den Zwingern müssen schon aus Kostengründen weg und neu gebaut werden. Ein mögliches Grundstück in Mantel koste über 100 000 Euro. Und diesen Betrag glauben die Tierschützer zu sparen, wenn sie in Weiden blieben. Den wahren Hintergrund für die Entscheidung für Weiden, glaubte Uschold zu kennen. Er vermutet, dass Vorstandsmitglieder und die täglichen "Gassigeher" einfach nur den Anfahrtsweg nach Mantel scheuten. "Das Tier steht hier über dem Menschen." Die Leute führten die Hunde Gassi, hätten ihren Spaß, brächten sie zurück und gingen heim. "Ich möchte den sehen, der sich über ein Tierheim vor seiner Tür freut." Derweil schimpfte ein Nachbar, wie unerträglich laut es am Wochenende gewesen sei. Ein anderer gab zu, gewusst zu haben, dass hier ein Tierheim existiere, als er neu baute. Aber natürlich setze man jetzt auf die Chance einer Lärmentlastung.

Den Vorwurf Uscholds, die Manteler Mehrkosten könnten durch den Verkauf des Weidener Grundstücks relativiert werden, ließ Schatzmeister Norbert Ziegler nicht gelten. Es habe Gespräche mit OB Seggewiß und dem Stadtbauamt gegeben: Für eine Ausweisung als Bauerwartungsland fehlten ganz einfach die Strukturen.

Stiefkind der Stadt


Ferner klagte Uschold, dass die Anwohner nicht über die Baupläne informiert worden seien. Die Schustermooslohe sei immer das Stiefkind der Stadt gewesen. Das sehe man auch am wirkungslosen Lärmschutzwall entlang der Autobahn. Auf der Westseite Schuttwall und zur Mooslohe hin - "da wo die Großen wohnen" - eine richtige Schallschutzwand. "Und viel früher haben sie uns die Baracken hingestellt."

Stefan Rank hielt das Neubau-Konzept für "nicht schlecht": "Es sieht nach einer Verbesserung der jetzigen Situation aus." Mariele Junak, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, ergänzte, dass sich an der Zahl der Tiere nichts ändern werde. "Wir wollen hier keine Front aufbauen. Wir wollen eine einvernehmliche Lösung finden. Aber die Entscheidung, dass wir hier bleiben, müssen alle respektieren, auch wenn ich die Belange verstehen kann."

Hier werde ehrenamtlich gearbeitet. "Wir machen sonntags zu, damit wir die Leute nicht belästigen." Man tue ohnehin alles, um mit den Nachbarn gut auszukommen. So würden die Hundezwinger künftig von den Anwohnern weg an der Westseite aufgereiht und komplett überdacht. Auch der Außenbereich. Sogar mit einem Sichtschutzzaun, was im Paket die Lärmimmission reduziere. "Die Hunde werden Sie hören. Aber nicht mehr so laut." Und: "Wenn Gassigeher-Zeiten kommen wird's natürlich lauter, weil die Hunde einfach aufgeregt sind. Das lässt sich nicht vermeiden. Aber ich sage zu, die Gassigeher-Zeiten nicht auszuweiten."

Die Katzen würden auf einem vereinseigenen Grundstück rechts neben dem Hauptgebäude untergebracht. Ein Tierschutzvertreter sagte: "Basta. Es mag ja sein, dass zwölf Leute dagegen sind. Aber die Entscheidung trifft nun mal der Verein."

Wir machen sonntags zu, damit wir die Leute nicht belästigen.Mariele Junak
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