Vorsätze für 2016
Stress lass nach

Sie liegen mit dem Wunsch nach etwas weniger Stress und mehr Zeit für Entspannung voll im Trend: Polizeihauptkommissar Karl Gaach und Mariele Junak, Vorsitzende des Tierschutzvereins (nächstes Bild). (Foto: Hartl, Mohr)
 
Mariele Junak, Vorsitzende des Tierschutzvereins. (Foto: Hartl, Mohr)

Hand aufs Herz: Original Eschawecka Faschingsbrezen sind nicht die gesunde Ernährung schlechthin. Warum man sie trotzdem essen kann, ohne gute Vorsätze fürs neue Jahr zu brechen, verrät Polizeihauptkommissar Karl Gaach.

(ps) Seine Argumentation: Erstens sind die Faschingsbrezen in der gerade gestarteten fünften Jahreszeit angesagt und zweitens sind sie - wenn man's nicht übertreibt - auch nicht ungesund. Karl Gaach hat sich für 2016 zwar keine strikten Ziellinien gesetzt, "weil die ohnehin oft nicht eingehalten werden". Aber nachdem in seinem privaten Umfeld und im Kollegenkreis in den vergangenen Monaten einige Menschen "leider zu früh gegangen sind", hat er sich zumindest vorgenommen, "2016 etwas bewusster zu leben, mich etwas gesünder zu ernähren und mich mehr zu bewegen."

Rechtzeitig zurückschalten


Vor allem aber will der Polizeihauptkommissar dem Stress den Kampf ansagen, "so weit das in unserem Beruf möglich ist". Und damit liegt er voll im bundesweiten Trend. Denn laut einer Forsa-Umfrage wünschen sich 68 Prozent der Deutschen im neuen Jahr weniger Stress. 53 Prozent wünschen sich mehr Chancen zur Entspannung. Dass das in einer Polizeiinspektion schwierig ist, liegt für Gaach auf der Hand, "genauso wie in einer Feuerwache oder im Krankenhaus". Seine Strategie: "Wichtig ist, rechtzeitig zurückschalten und gewisse Freiräume nutzen, um nicht immer auf 120 Prozent zu fahren." Ob's klappt, das wird die Zeit weisen.

Nägel mit Köpfen gemacht hat in dieser Hinsicht Mariele Junak, Vorsitzende des Tierschutzvereins Weiden und Umgebung. Sie hatte nur einen Vorsatz für 2016, und den hat sie auch realisiert: "Ich will mir etwas mehr Zeit für mich nehmen. Deshalb habe ich meine Vollzeitstelle ab Januar auf eine 30-Stunden-Woche reduziert. Ich bin froh, dass meine Firma mir das ermöglicht hat." Am Montag ist die Projektingenieurin im Umwelttechnikbereich erstmals nicht um sechs Uhr nach Hause gekommen, sondern schon um halb zwei. "Das war ganz angenehm."

Ganz so geruhsam dürfte 2016 für Mariele Junak trotzdem nicht werden. Denn für ihren Verein steht der Neubau des Tierheims in Weiden an. "Im Moment wird das Baukonzept erstellt." Deshalb hat sie für das neue Jahr doch noch einen zweiten Wunsch, wie sie gesteht: "Gutes Gelingen für unser neues Tierheim."

Absolut kein Freund von guten Vorsätzen für das neue Jahr ist Major Eric Schröter. Der stellvertretende Kommandeur des in Weiden stationierten Artilleriebataillons 131 hält gar nichts von guten Vorsätzen zum Jahreswechsel. "Es ist generell nicht meine Welt, sich etwas vorzunehmen, was man dann doch nicht hält." Der Major ist - wie es seinem Beruf entspricht - ein Mann der Tat und somit der Auffassung: "Wenn man etwas ändern möchte, sollte man das sofort tun und nicht erst auf den Jahreswechsel warten."

Voll im Tagesgeschäft


Keine Zeit für gute Vorsätze hat Jürgen Haubner, der stellvertretende Geschäftsführer der Max-Reger-Halle. "Wir kommen um diese Zeit gar nicht zum Nachdenken. Das ist für uns mitten in der Saison. Der Jahreswechsel zieht an uns vorbei, wir stecken voll im Tagesgeschäft." Natürlich wünsche er sich - so wie sicher alle Menschen - gesund zu bleiben. "Wir wollen aber vor allem versuchen, die alten zu bleiben - das gilt zumindest für mich. Und wir wollen den Menschen, die zu uns kommen, einen angenehmen Aufenthalt bieten." Klingt nicht nach Stressabbau - ganz im Gegenteil.
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