Vortrag über Geologie und Minerale in der Oberpfalz
Steiniger Streifzug

Interessantes über Geologie und Mineralien der Oberpfalz erläuterte Martin Füßl den "Naturfreunden" bei einem Vortrag. Bild: hcz

Auf Reisen durch ganz Europa, die USA und Fernost hat er wertvolle, seltene Mineralien gefunden. Seine Sammlung umfasst Tausende bemerkenswerter Exponate. Und doch faszinieren Martin Füßl aus Parkstein die Gesteine seiner Heimat immer wieder am meisten. Gründe gibt es viele.

Füßl sammelt seit über 35 Jahren. Mittlerweile gilt er als wissenschaftliche Kapazität. Zwei Bücher sowie gut 30 Aufsätze in heimatkundlichen Publikationen und Fachzeitschriften hat er bislang veröffentlicht. Im Naturfreunde-Wanderheim Trauschendorf lud der Diplom-Geologe und Regierungsdirektor beim Bezirk Oberfranken zu einem geologisch-mineralischen Streifzug durch die Oberpfalz ein.

Nicht für Endlager geeignet


Anschaulich und mit reichlich Bildmaterial erläuterte Füßl die Entstehungsgeschichte der Gesteinsformationen in der Oberpfalz seit 4,3 Milliarden Jahren. In einem "Grundgebirge" kämen hier Schiefer und Gneis vor, in dem darauf lagernden "Deckgebirge" seien Tone, Kalke und Sandsteine vorherrschend. Durch hohen Druck in vielen Kilometern Tiefe sei der Vulkanismus in der Oberpfalz entstanden. Dieser sei übrigens der Grund, weshalb sich unsere Region auf keinen Fall für die End- oder Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle eigne.

Füßl berichtete über Mineralienfunde im Erbendorfer Raum, wo bereits ab dem 14. Jahrhundert Gold und Silber, ab dem 16. Jahrhundert Blei- und Zinnerze und von 1853 bis 1926 Steinkohle abgebaut wurde. Er ging auf die Pegmatite (magmatisches Gestein) im Raum Beidl/Wildenau/Plößberg ein, wo man Turmalite und Beryllkristalle mit Zirkon-Einschlüssen gefunden habe. Aus dem Bergbau bei Hagendorf stammten wunderbare Kristalle, die Füßl in ihrer blau-grünen Farbenpracht fotografiert hatte. Aus der Gegend um Oedenthal, in der Nähe des Wanderheims, zeigte der Referent Natrolit-, Analcin-, Calcit- und Chabasitkristalle in Größen von 1,5 Millimeter bis 3 Zentimeter.

Zum Schluss ging er auf das Wölsendorfer Flussspat-Revier und die Auerbacher Gegend, das "Ruhrgebiet des Mittelalters", ein. Oberpfälzer Eisenerz sei damals bis nach Syrien (Damaskus) geliefert worden und dort zu Damaszener Stahl für hochwertigste Schwerter geschmiedet worden.

Hüttenwart Günther Grabs dankte für den Vortrag: Dadurch "sind die Steine lebendig geworden". Zweiter Vorsitzender Herbert Schmid lud zu einem Vortrag über "Industrielle Massentierhaltung und multiresistente Keime" am 26. Juli um 19.30 Uhr im Hotel "Zur Post". Vorsitzender Christian Weidner wies darauf hin, dass für einen Besuch der KTB Windischeschenbach mit anschließendem Zoigl am 2. Oktober noch Plätze frei sind.

"Wilhelmvierlingit"Anlässlich des Vortrags wies Herbert Reil auf die bemerkenswerte Mineraliensammlung im Naturfreunde-Wanderheim hin. Besonders interessant: Dort ist auch ein Stück "Wilhelmvierlingit" zu sehen, das einzige Mineral - ein Mangan-Eisenphosphat -, das nach einem berühmten Weidener benannt ist: nach dem Landwirt und Mineraliensammler Wilhelm Vierling (1903 bis 1995). (hcz)
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