Wegen 7,20 Euro
Kassiererin verliert Arbeit

Eine 60-jährige Mitarbeiterin der Porzellanfabrik Seltmann hat wegen 7,20 Euro ihren Arbeitsplatz verloren. Die Weidenerin war 37 Jahre lang in dem Unternehmen beschäftigt. Auslöser war der Einkauf eines Kunden im Mai 2015. Der Herr hatte vier Obertassen eingekauft, die Mitarbeiterin kassierte ihn ab. Eine Auswertung des Kassensystems, ausgelöst durch einen anonymen Anruf des Kunden vier Tage später, ergab aber eine Stornierung dieses Kassiervorgangs.

Bis zuletzt bestritt die 60-Jährige, ihre Firma bestohlen zu haben. Gegen sie verwandt wurde ein Geständnis, dass sie in einem Personalgespräch gemacht hatte. Ihr Anwalt Christoph Scharf argumentiert, dass dieses Geständnis unter massivem Druck entstanden sei ("Dann war ich's halt"). Das Amtsgericht hatte die 60-Jährige im Januar wegen Unterschlagung zu 20 Tagessätzen verurteilt, die Berufung steht noch aus. Das Arbeitsgericht schlug jetzt einen Vergleich vor: Aus der Kündigung wurde eine einvernehmliche Beendigung. Die Frau bekommt keine Abfindung, im Zeugnis findet sich der Vorfall aber auch nicht. Beide Seiten haben dies akzeptiert.
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