Weidener Eltern gründen Verein zur Gründung eines Waldkindergartens
Nicht auf dem Holzweg

Seit Juni 2015 gibt es in Vohenstrauß den Waldkindergarten. Ein solches Angebot würden sich Eltern auch für Weiden und Umgebung wünschen. Ihre Motivation: das "ganzjährige Erleben der Natur" in einem "Kindergarten ohne Zäune". Bild: Mohr

(ca/rg) Der erste Schritt ist getan: Zehn Eltern haben am Montag den Verein Waldkindergarten Weiden und Umgebung gegründet. Vorsitzende ist Lydia Wetzel, zweiter Vorsitzender Markus Pausch. Satzungszweck ist die "Förderung von Bildung und Erziehung von Kindern in der freien Natur".

Jetzt wird eine ordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Gleich nach Ende der Ferien plant der Verein eine öffentliche Informationsveranstaltung für interessierte Eltern. Laut Lydia Wetzel gibt es auch schon Gespräche mit möglichen Trägern. Auch im Jugendamt haben die Eltern ihr Anliegen schon vorgetragen.

Beate Hoge von der Fachstelle Kindertagesbetreuung nahm dazu im letzten Jugendhilfeausschuss Stellung. Sie bezifferte die jährlichen Betriebskosten auf 90 000 Euro und damit nicht allzu weit unter denen eines regulären Kindergartens (126 000 Euro). Beate Hoge wies auf strenge Auflagen für eine Einrichtung in der Natur hin. Das fängt beim Personal an: Für 20 Kinder braucht es zwei pädagogische Fachkräfte, zwingend ist auch ein pädagogisches Konzept.

Auf dem Grundstück muss es einen "Aufenthaltsraum" geben - in Form einer Hütte oder eines Bauwagens -, zudem Räume, die als Ausweichmöglichkeit bei extremen Wetterverhältnissen dienen. Ferner vorgeschrieben: biologisch abbaubare Seife, Spaten, Wasserkanister mit Hahn. Ein Mal pro Jahr soll ein Sachverständiger die Standfestigkeit der Bäume im fraglichen Bereich prüfen.

Bedarf stellt Beate Hoge durchaus fest. Derzeit besuchten neun Weidener Kinder den Waldkindergarten in Vohenstrauß ("Wilde Wichtel"). In Bayern gebe es 120, in Deutschland 530 Waldkindergärten. Und bald nun auch den ersten in Weiden? Josef Gebhardt (SPD) hätte nichts dagegen: In Weiden gebe es Kindergärten mit unterschiedlichen Schwerpunkten - "auch auf diesem Gebiet sollten wir weiterkommen". Steffi Sperrer (CSU) erkannte eine "gute Idee", die Unterstützung verdient habe.

Gewisse Vorarbeiten sind bereits erledigt. So meldeten sich bereits vor zwei Jahren Interessenten für einen Waldkindergarten. Die Stadt hatte daraufhin Grundstücke ermittelt, die in Frage kommen.
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