"Weidener Komödiens" bekommen Besuch vom Autor ihres aktuellen Stücks
Ein schrecklich netter Gast

Ensemble und Autor vereint: Jürgen Schuster (sitzend, Zweiter von rechts) besuchte eine Aufführung der "Weidener Komödiens". Der Augsburger hat das aktuelle Stück "Zwei schrecklich nette Familien" geschrieben. Bild: Kunz

Die "Weidener Komödiens" haben einen besonderen Gast im Publikum. Der kennt das Stück zwar auswendig. Ist am Ende trotzdem begeistert.

Bei der vorletzten Vorstellung überraschte der Autor des Stücks "Zwei schrecklich nette Familien" die Theaterleute der "Weidener Komödiens" mit seinem Besuch. Jürgen Schuster war eigens aus Augsburg angereist, um das Werk in Oberpfälzer Mundart zu sehen. Denn eigentlich schreibt er auf Hochdeutsch.

Vorlage für Peter Steiner


"Das Problem ist nämlich, dass die Leute die Mundart nicht sprechen können, wenn sie geschrieben steht." Deshalb in normaler Sprache - und jeder übersetze es dann in seinen Dialekt. Schuster, im Hauptberuf Bankkaufmann, hat bereits 20 Theaterstücke geschrieben. Das berühmteste heißt "Liebestropfen" und wurde weiland von "Peter Steiners Theaterstadl" aufgeführt. "Auf RTL lief es dann rauf und runter." Nach Weiden sei er gekommen, weil er sich gerne seine Stücke anschaue, wenn sie fremde Gruppen in anderen Dialekten spielten. Das Werk stammt aus dem Jahr 1999 und bedient die damaligen Klischees wie "schnell reich werden durch Gewinnspiele", Beamtenschelte und Nachbarschaftskonkurrenz. "Die Leute wollen an so einem Abend einfach Spaß haben und nicht viel nachdenken müssen."

Viel wichtiger als der Autor seien die Schauspieler, sagt der 50-Jährige. Die Idee zu "Zwei schrecklich nette Familien" sei ihm beim Durchblättern eines Magazins gekommen. "Da stand was über eine Familie, die in der Lotterie gewonnen hatte." Für die Roh-Geschichte setze er meist fünf Wochen an. "Dann geht's um die Finessen. Meistens stehen die Stücke dann nach drei Monaten."

Seinen Banker-Beruf aufzugeben, daran denke er nicht. Reich mache das Schreiben nicht. Es sei vielmehr Hobby. Von der Weidener Aufführung, die am Samstag zum letzten Mal zu sehen war, zeigte er sich begeistert. Dem Publikum zu erkennen gab er sich nach dem Schlussvorhang. Vorsitzender Gerd Zielbauer schenkte dem Autor einen Weiden-Sekt und eine DVD vom Stück, die Kameramann Erich Kummer aufgenommen hat.
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