Weidener Werner Schick gewinnt Star-Architekten für ein gemeinsames Wohnbau-Projekt
Schicker Stil aus New York

Extravagante Libes-kind-Architektur: In Anlehnung an eine Studie für einen Architektenwettbewerb im Jahr 2014 entstehen 2016/2017 in Frankfurt-Riedberg sieben Stadt-Villen.
 
Werner Schick (rechts) im Gespräch mit Daniel Libeskind: Der Weidener stimmte in mehreren Treffen die Anforderungen ab. Bilder: Lechner Group

Er gilt als der "Popstar" unter der weltweiten Architekten-Avantgarde: Daniel Libeskind aus New York. Der Weidener Werner Schick gewinnt den Ausnahme-Architekten für ein gemeinsames Wohnbau-Projekt in Frankfurt.

Weiden/Frankfurt. Im Oberpfälzer Wirtschaftsleben ist die Lechner Group, für die Werner Schick heute als Projektentwickler und Verkaufsleiter in Verantwortung steht, nicht unbekannt: Lechner übernahm 2003 die damals insolvente Firma Rötzer- Ziegel-Element-Haus. Über sie kam der 53-jährige Diplom-Kaufmann (Abitur am Kepler-Gymnasium, Betriebswirtschaftsstudium in Regensburg) damals zu dem international tätigen Unternehmen, das den Fokus vor allem auf die Baubranche setzt.

Der mit seiner Familie in Schirmitz lebende Schick engagiert sich seit 2006 für die Lechner-"Tochter" Immobilien Development in Frankfurt-Riedberg bei der Entstehung eines völlig neuen Stadtteils der Mainmetropole für 15 000 Menschen: unweit eines Universitäts- und Wissenschaftsstandorts mit speziellem Hotspot der Life-Science-Forschung, u. a. mit zwei Max-Planck-Instituten. Dem ersten Kontakt mit Daniel Libeskind bei einem Architektenwettbewerb der Lechner Group 2014 folgte im Frühjahr 2015 ein erneutes Treffen: Es ging um ein außergewöhnliches architektonisches Profil für 75 Wohneinheiten in sieben Stadt-Villen in Frankfurt-Riedberg.

Ort nachhaltig prägen


Das 7000 Quadratmeter große "Sahne-Grundstück" liegt reizvoll am Rand eines Parks. Libeskinds Chefarchitekten flogen aus New York ein, um das Areal in Augenschein zu nehmen - und fanden Gefallen. Werner Schick: "Ich empfinde Libeskind als eine hoch inspirierende Persönlichkeit. Er ist stets freundlich, aufmerksam, sehr visionär, in der Sache hochkonzentriert." Die Philosophie des Stararchitekten klingt einfach: Projekte sollten umfangreich genug und von der Lage her geeignet sein, um einen Ort nachhaltig zu prägen. Oder es sollte möglich sein, ein "ikonisches Einzelobjekt zu schaffen, das allein genug Strahlkraft hat, um sein Umfeld zu prägen".

Bald darauf folgten mit Libeskind mehrere Treffen in New York und Frankfurt. Im Frühsommer 2015 war das 40-Millionen-Euro-Projekt unter Dach und Fach. Derzeit erfolgt die baureife Planung und in wenigen Monaten will Schick in die Vermarktung einsteigen.

Ich empfinde Libeskind als eine hoch inspirierende Persönlichkeit. Er ist stets freundlich, aufmerksam, sehr visionär, in der Sache hochkonzentriert.Werner Schick, Leiter Projektentwicklung und Verkauf, Lechner Group

Jede Wohnung Unikat


Was macht nun architektonisch den Unterschied aus? Werner Schick: "Es entstehen in den 7 Stadtvillen 75 Wohnungen - jede einzelne ist ein Unikat: das Gegenteil von standardisierter Bebauung." Der Projektentwickler schwärmt von einem "städtebaulichen Hingucker" und einer außerordentlichen architektonischen Qualität. Libeskind, der ansonsten ein Faible für scharfkantige, stringent geometrische Gestaltung pflegt, setzt hier bei den Stadt-Villen auf relativ weiche - konvexe und konkave - Linien. Das Architekturbüro "Studio Libeskind" bringt in die Ausstattung der 50 bis 160 Quadratmeter großen Wohnungen selber designte Elemente wie Fliesen, Türgriffe oder Küchen-Blöcke ein. Auch ist ein eigener Licht-Designer am Werk.

Schick lobt die "vertrauensvolle und völlig unkomplizierte Zusammenarbeit" mit Libeskind: "Er ist als Architekt enorm kreativ unterwegs, nimmt aber auch überzeugende Argumente anderer vorbehaltlos auf." Über die Preise - in welcher Dimension sich der "Aufschlag" für die Libeskind-Architektur bewegen wird - herrscht noch Stillschweigen. Werner Schick verrät nur so viel, dass seine bisherigen Käufer in Frankfurt aus mehr als 40 Nationen stammen.

Zur PersonDaniel Libeskind (69), ein gebürtiger Pole, war erst als professioneller Musiker tätig bevor er Anfang der 70er Jahre Architektur studierte. Der Träger zahlreicher Ehrendoktorwürden gewann 2003 die Architekturausschreibung zum Neubau des World Trade Centers in New York. In der US-Metropole hat sein Büro "Studio Libeskind" auch seinen Sitz. Libeskinds Architektur prägt viele Großstädte weltweit, etwa London (Metropolitan University, Dresden (Militärhistorisches Museum), Singapur (Keppel Bay), San Francisco (Contemporary Jewish Museum), Toronto ( Royal Ontario Museum), Manchester (Imperial War Museum North) oder Berlin ("Holocaust-Turm" im Jüdischen Museum). Mit ihrer Symbolik der "erzählerischen Formensprache" sorgt die Architektur auch für heftige Kontroversen. (cf)
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