Weidens Partnerstadt Macerata bekommt Beben zu spüren
Eine Nacht voll Angst

Retter haben eine verletzte Frau aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes in Amatrice geholt. Das Erdbeben erschütterte Zentral-Italien am frühen Morgen des Mittwochs. Auch im weit entfernten Rom und in der Weidener Partnerstadt Macerata waren die Auswirkungen zu spüren. Bild: dpa

Tassen fliegen aus den Schränken, Fernseher knallen auf den Boden, Menschen in Angst verbringen die Stunden bis zum Morgengrauen unter freiem Himmel. Auch in Weidens italienischer Partnerstadt Macerata ist das Erdbeben in der Nacht zum Mittwoch deutlich zu spüren. Trotzdem sind zumindest hier die Folgen vergleichsweise glimpflich.

Macerata/Weiden. Macerata, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, liegt rund 70 Kilometer nordöstlich des Epizentrums. Auch hier, in den Marken, riss das Beben die Menschen reihenweise aus dem Schlaf. Mit voller Wucht getroffen wurde Macerata allerdings nicht.

"Es gab keine Verletzten", erklärt eine Sprecherin der Stadt unserer Zeitung. Auch die Schäden an den Gebäuden hielten sich in Grenzen. Es gibt lediglich Berichte von Rissen in der Wand des Rathaus und weiterer historischer Gebäude sowie von Fassadenteilen, die auf die Straßen bröckelten. Daneben wurden Kirchen und öffentliche Einrichtungen vorsorglich für einen Tag gesperrt, auf einigen Straßen und der zentralen Piazza della Libertá dürfen zeitweise keine Autos fahren. Außerdem überprüfen die Behörden Tunnel und Schulen auf Schäden. Unterm Strich aber, so die Sprecherin, "ist die Stadt sicher". Nach einer Nacht, in der die Bürger "Angst hatten", habe sich das Leben im Laufe des Tages wieder normalisiert.

Unterdessen erreichten auch einige Anrufe aus Deutschland die Menschen in Macerata. Sofern die überlasteten Telefonnetze denn funktionierten. Norbert Wittmann etwa, der bei der Stadt Weiden für den Kontakt mit den italienischen Partnern zuständig ist, erkundigte sich rasch bei seinen Freunden dort. Alle wohlauf, erfuhr er. Aber mitgenommen seien sie schon. Sie berichteten von Stromausfällen, ständigem Geheul von Alarmanlagen in einer Nacht, die viele lieber im Freien verbrachten. Dabei seien die Menschen in der Region kleinere Erdbeben durchaus gewohnt. "Wenn Flaschen klimpern, ist das sozusagen normal. Aber das heute war eine andere Nummer." Ein Beleg dafür sei, dass selbst die massiven mittelalterlichen Gebäude der Stadt Schaden genommen hätten.

Frau stirbt durch Infarkt


Gravierender sind unterdes die Auswirkungen in der Provinz Macerata. In der Gemeinde Caldarola etwa, rund 25 Kilometer südwestlich, starb laut der Zeitung "Il Resto del Carlino" eine 50-Jährige an einem Herzinfarkt, den sie während des Bebens erlitten hat. Daneben berichtet die Zeitung von eingestürzten Dächern und mehreren Gebäuden, die evakuiert werden mussten.

Die schwersten KatastrophenIm Mai 2012 erschüttern über Tage Erdstöße und Hunderte Nachbeben Nordostitalien. Mehr als 25 Menschen sterben.

Am 6. April 2009 um 3.32 Uhr verwüstet ein schweres Erdbeben die mittelitalienische Stadt L'Aquila. Es sterben insgesamt 309 Menschen.

Bei einem Beben im Juli 2001 sterben in Südtirol vier Menschen. Ausläufer sind bis Bayern spürbar.

Das Beben von Messina 1908 gilt als eine der schwersten Naturkatastrophen Europas im 20. Jahrhundert. Die Zahl der Toten wird auf mehr als 100 000 geschätzt. (dpa)
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