"Weil Christ der Retter da ist"
Eindrucksvoller Gottesdienst in der Michaelskirche

"Gott kommt an Weihnachten mitten in unser Leben." Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Hans-Martin Meuß am ersten Weihnachtsfeiertag die Kirchenbesucher in der Michaelskirche. Bild: sbü

"Hört der Engel helle Lieder", sang der Chor und tauchte die Michaelskirche tief in ein weihnachtliches Klang- und Stimmungsbild. Ohren und Herzen der Gläubigen öffneten sich für die Weihnachtsansprache von Pfarrer Hans-Martin Meuß. "Warum wir eigentlich Weihnachten feiern", lautete die zentrale Frage in der Weihnachtspredigt. Die Antwort - "Weil Christ der Retter da ist" - folgte zwar erst am Schluss der Predigt, war vorher aber mit vielen nachdenklich stimmenden Gedanken untermauert.

Begonnen hatte Meuß mit einer Geschichte, die nicht nur auf das aktuelle Flüchtlingsgeschehen, sondern auch auf einen Zwiespalt vieler Menschen Bezug nimmt: Ein Lokalpolitiker ist hin und hergerissen zwischen der Ausländerfeindlichkeit seiner Anhänger und seiner Zusage, einer syrischen Flüchtlingsfamilie zu helfen. Nach langem Ringen mit sich selbst entscheidet er sich für die Unterbringung der Familie in der Gemeinde.

Die Predigt knüpfte an den Titus-Brief des Apostels Paulus an. Dort wird sinngemäß gesagt, wir tun Gutes, weil Gott sich in Barmherzigkeit uns zuwendet. Barmherzigkeit werde auch im Weihnachtsevangelium "plastisch, weil es dort die ärmsten und verachtetsten Menschen seien, die als erste von der Geburt des Retters erfahren".

Und dann verknüpfte die Predigt Weihnachten und Karfreitag, weil dort "Gottes Versöhnung für die Welt" erfolgt. Barmherzigkeit gebe es deshalb auch, obwohl "wir immer wieder anders handeln, als es nach Gottes Willen und Weisung gut ist". Pfarrer Meuß sagte ferner: "Wir erfahren Erneuerung, weil der neue Adam, der neue Mensch Jesus Christus zu uns kommt." Im Neuen Testament werde ein "neues Bild des Menschen entworfen": "Zu den Adressaten der frohen Botschaft gehören auch die, die am Rande der Gesellschaft leben." Ein Bezug zur Flüchtlingssituation.

Nach der Predigt wechselten sich Kirchenchor St. Michael, Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser an der Orgel sowie Dorothea Kaiser mit der Violine immer wieder mit weihnachtlichen Chorwerken und Musikstücken ab. Zur Aufführung kamen Werke von Heinrich Schütz, Johann Hermann und Samuel Beyer sowie Sonatinen und Sonaten von Georg Philipp Telemann. Mit dem "großen Festtags-Glaubensbekenntnis" wurde vor dem Abendmahl die Besonderheit des Weihnachtsfests gewürdigt.
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