"Weiße Weihnacht" rückt in weite Ferne
Der Traum vom Schnee

Ein Traum in Weiß: Weihnachten 2010 in Amberg. Archivbild: Steinbacher

25 Zentimeter Schnee an Weihnachten - das gab es in der Region zuletzt vor fünf Jahren. Heuer wird es nichts mit der weißen Pracht. Laut Statistik ist das alles andere als ungewöhnlich.

Amberg/Weiden. Es hat wohl nicht sollen sein, und außerdem ahnt man es ja eh bereits: Weiße Weihnachten werden auch in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nur auf Postkarten und romantischen Fernsehbildern zu finden sein. Frau Holle hat sich verkrümelt, und zwar sehr weit nach Norden und Osten.

Zu den Feiertagen gibt's selbst in Skandinavien und bis nach Moskau Plusgrade, wo also sollte echte Winterkälte auch herkommen, wenn nicht von dort. Die allerletzte Hoffnung gibt man bekanntlich zuletzt auf, und so könnte eine schwache Kaltfront genau am Heiligen Abend in den Abendstunden vielleicht mal ein paar nasse Flocken auf 700 bis 800 Meter herab bringen, liegen bleiben wird davon aber nichts.

Feucht und unbeständig


Ansonsten wird der Heilige Abend aus aktueller Sicht eher feucht und unbeständig bei Tagestemperaturen zwischen drei Grad im Steinwald und sieben an der Naab. An den Feiertagen selbst zeigt sich dann bei bis zu neun Grad zwischen Nebel und Hochnebel auch mal die Sonne und es bleibt überwiegend trocken. So sieht's leider nun mal aus.

Ohnehin ist ein weißes Fest in der nördlichen Oberpfalz abhängig von der Höhe nicht allzu oft zu erwarten. Im Flachland entlang von Vils und Naab gab es in den letzten 20 Jahren fünfmal ein richtig weißes Fest, zählt man die Feiertage mit unter zwei Zentimeter matschiger Schneehöhe dazu, dann siebenmal.

Besser sieht es oberhalb 700 Meter auf den Höhen von Grenzkamm und Steinwald aus, hier konnten seit 1995 zwölfmal verschneite Feiertage registriert werden.

Das schneereichste Fest der letzten 20 Jahre ist allerdings noch gar nicht so lange her, und viele erinnern sich bestimmt auch noch. 2010 lagen in der nördlichen Oberpfalz an den Feiertagen zwischen 21 Zentimeter Schnee in Weiden, 24 in Amberg und über 70 im Steinwald und am Grenzkamm im Landkreis Tirschenreuth. Schneeverwehungen bis über 1,50 Meter zauberten hier zudem ein bizarres, aber auch romantisches Landschaftsbild.

Abgenommen hat die Anzahl der weißen Feste im Zuge des Klimawandels übrigens nicht nachweisbar. Gemessen an den Höhen des Steinwaldes ist noch kein wesentlicher Trend zu erkennen: 1975 bis 1994 gab es zehn, 1995 bis 2014 zwölf verschneite Feiertage oberhalb von 700 Meter.

Alle vier Jahre Schnee


Aus statistischen Rechenspielen heraus ergibt sich in Weiden bei fünf weißen Weihnachten in 20 Jahren also eine vierjährige Frequenz, nach 2010 wären wir also theoretisch spätestens im kommenden Jahr mal wieder an der Reihe.

An Rhein und Main gibt's übrigens in diesem Jahr ein weißes Fest der anderen Art: Durch das milde und frostfreie Wetter stehen stellenweise Kirsch- und Pflaumenbäume in voller Blüte, vielleicht kriegen wir in den kommenden Jahren ja wenigstens das dann auch bei uns hin.
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