Weiter Weg zum Dolmetscher
Ausbildung für Deutsch und Arabisch hat begonnen - Erstmals in Bayern

Sie sind Pioniere in ganz Bayern : die ersten Schüler der neu eingerichteten Dolmetscher-Ausbildung für Deutsch-Arabisch und ihre Fachlehrerin Andrea Hielscher (stehend). Bild: sbü

Aus der Ankündigung wurde nunmehr die Realität. An der Fremdsprachenakademie der Europaberufsschule Weiden hat die Ausbildung für deutsch-arabische Dolmetscher begonnen. Für ganz Bayern wird damit Neuland betreten.

Noch sind einige der angemeldeten Dolmetscherschüler für Deutsch-Arabisch damit beschäftigt, die erforderlichen Dokumente und Anerkennungszertifikate zu besorgen. Deswegen können an den ersten Tagen noch nicht alle durchgehend am Unterricht teilnehmen. Doch begonnen hat der Unterricht in der vergangenen Woche trotzdem. Fachbetreuerin Andrea Hielscher unterrichtet ab sofort 10 überwiegend aus Syrien stammende Schüler im Rahmen der 6-monatigen Vorklasse.

"Es geht jetzt erst einmal vorrangig darum, alle auf ein einheitliches Sprachenniveau in der deutschen Sprache zu bringen" erklärt Frau Hielscher. Angestrebt werde das anspruchsvolle Niveau C1. Vorgesehen sind dafür im Lehrplan 20 Stunden Deutsch-Unterricht. Die Fächer interkulturelle Kompetenzen, Sozialkunde und EDV (deutschsprachige Tastatur) ergänzen das Unterrichtsprogramm auf insgesamt 36 Wochenstunden.

Einige der Schüler seien schon mehrere Jahre in Deutschland, einer erst seit 5 Monaten. Gerade deswegen sei es notwendig, in der Vorklasse die erforderlichen Grundlagen für den sich anschließende zweijährige Fremdsprachenkorrespondenten-Ausbildung zu schaffen. Erst dann kann in einem weiteren Jahr der Abschluss "staatlich geprüfter Übersetzer oder Dolmetscher" erworben werden.

Dialekt ein Problem


Weitere Schülerinnen und Schüler könnten noch in die Vorklasse eintreten. Dass bereits derzeit sowie in den kommenden Jahren ein erheblicher Bedarf für deutsch-arabische Dolmetscher besteht, war für Schulleiter Josef Weilhammer ausschlaggebend, diese Ausbildung einzurichten (wir berichteten). Sicher werden die angehenden Dolmetscher sich deshalb am Ende ihrer Ausbildung keine Sorgen über einen Arbeitsplatz machen müssen. Vom hohen Grad ihrer Motivation konnte sich unsere Zeitung beim Besuch der Klasse überzeugen. "Noch muss manches improvisiert werden, aber die Teilnehmer sind mit Begeisterung dabei", lobt Fachlehrerin Hielscher ihre Klasse. Zu sehen ist, dass Engagement und Begeisterung der Lehrerin auch die Klasse ansteckt. Eine wichtige Anregung war allerdings aus der Klasse zu hören. "Wir würden die deutsche Sprache noch viel besser verstehen, wenn etwas weniger Dialekt gesprochen werden würde". Damit war jedoch bestimmt nicht die Lehrerin gemeint.
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