Weitere Details zur Todesnacht des neunjährigen Maximilian K. aus Vohenstrauß
Kindsmutter mit Pfanne geschlagen

Symbolbild: dpa

Weiden/Vohenstrauß. Das Landgericht Weiden hat am Mittwoch weitere Details zur Totschlagsanklage gegen einen 34-jährigen Rentner aus Vohenstrauß preisgegeben. Ihm wird vorgeworfen, den neunjährigen Maximilian K., Sohn einer Nachbarin, so heftig geschlagen zu haben, dass dieser an den Folgen starb. Die Tat ereignete sich am 4. August 2014.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und Totschlag. Die Anklage erfolgte zur 1. Strafkammer des Landgerichts Weiden.

Wie Sprecher Markus Fillinger am Mittwoch informierte, soll die Mutter dem Nachbarn im Vorfeld eine notarielle Sorgerechtsvollmacht für Maximilian ausgestellt haben. Die chronisch kranke Frau befand sich von Anfang Juni bis Ende Juli 2014 auf einem Kuraufenthalt.

In diesen sechs Wochen übernahm der 34-Jährige die Betreuung ihres Sohnes. "In dieser Zeit soll es aufgrund der rigorosen, unbarmherzigen Erziehungsmethoden zu einer vollständigen und tiefgreifenden Wesensänderung bei dem Kind gekommen sein", so Fillinger.

Nach der Rückkehr der Kindsmutter von der Kur - vier Tage vor dem Tatabend - soll der Angeschuldigte versucht haben, ihr den Buben vorzuenthalten. Es kam zu immer stärkenen Spannungen zwischen den beiden Erwachsenen, die Tür an Tür in einem Vohenstraußer Appartementhaus für Alleinerziehende wohnten. Am Abend der Tat soll der 34-Jährige der Frau eine Bratpfanne ins Gesicht geschlagen haben.

Das Kind war währenddessen zur "Strafmaßnahme" im Bad der Wohnung der Mutter eingesperrt. Als der Angeschuldigte bemerkte, dass der Neunjährige das Badezimmer verlassen wollte, soll er aus Wut "mehrfach und heftig" auf den Kopf des Kindes eingeschlagen haben. Fillinger: "Nach der Anklage nahm er den Tod des Kindes billigend in Kauf."

In der Nacht verstorben


Maximilian K. starb im Lauf der folgenden Nacht aufgrund zentralen Regulationsversagens in Folge einer Hirnblutung. Er hatte Einblutungen am Hinterkopf rechts, im Bereich der linken Schläfe und des Mundbodens erlitten. Das Landgericht prüft jetzt die Zulassung der Anklage.
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