Weniger Straftaten
Auf den zweiten Blick: Polizei-Statistik 2015 belegt positive Entwicklung

Symbolbild: dpa

Auf den ersten Blick stieg die Zahl der Straftaten in der Stadt Weiden schon fast dramatisch an. 4048 Delikte bedeuten zwar den höchsten Wert seit vielen Jahren - nur 2008 gab es ähnlich viele (4032). Gegenüber dem Vorjahr (3672) legte die Deliktzahl um 10,8 Prozent zu. Ein völlig anderes Bild ergibt sich allerdings, zieht man die vielen ausländerrechtlichen Verstöße aufgrund der Flüchtlingswelle ab - konkret die Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht.

Denn da schlagen "nur" noch 3301 Straftaten zu Buche, wie die Jahresstatistik des Polizeipräsidiums Oberpfalz verrät. Das wiederum ist der niedrigste Stand seit mindestens sechs Jahren, ein Rückgang um 264 Fälle (7,4 Prozent) im Vergleich zu 2014 - meilenweit entfernt vom Spitzenwert im Jahr 2011 (3948). So hat die Statistik mehr Aussagekraft. Schließlich schädigt ein "ausländerrechtlicher Verstoß" niemanden unmittelbar.

Im Gegensatz beispielsweise zur Faustattacke eines Betrunkenen vor der Disco. 128 Fälle (+7) der Gewaltkriminalität listet das Präsidium für Weiden auf, rund 78 Prozent davon waren gefährliche oder schwere Körperverletzungen. Stark rückläufig ist die Straßenkriminalität (Vorfälle, die sich im öffentlichen Raum abspielen): 631 Delikte (-92, 12,7 Prozent) bedeuten den niedrigsten Wert in den vergangenen 10 Jahren. Zum Vergleich: 2007, 2008 und 2009 bewegte sich die Zahl deutlich über der 900er-Marke.

33 Wohnungseinbrüche


Die Diebstahlskriminalität ging - auch mit Blick aufs Vorjahr (1070 Delikte) - auf das niedrigste Niveau seit zehn Jahren zurück. Aktuell setzte es 1084 Anzeigen. 33 Wohnungseinbrüche sind kein herausragender Wert. 2009 gab es zwar nur 18, im Vorjahr dagegen 44 Einbrüche. Demgegenüber sank die Zahl jetzt um 25 Prozent. Laut Inspektionssprecher Günther Burkhard gab es allerdings wieder mehr Ladendiebstähle. Und auch mehr Räder seien im Vorjahresvergleich gestohlen worden. "Über mehrere Jahre hinweg gesehen, befinden wir uns hier aber auf einem guten Weg." Zumal die Aufklärungsquote gestiegen sei: "von 5 bis 10 Prozent auf jetzt 25 bis 35 Prozent".

"Erhöhter Kontrolldruck" durch die Polizei treibt die Zahlen der Rauschgiftkriminalität in die Höhe: 294 Delikte sind nur 2 weniger als im vergangenen Jahr - und aus dem datiert der 10-Jahres-Rekord. Burkhard: "Je stärker wir kontrollieren, desto heller wird das Dunkelfeld."

Von den 4048 Straftaten klärte die Polizei 2939. Die Aufklärungsquote kletterte damit um 8,2 Prozentpunkte auf 72,6. Von 2295 Tatverdächtigen waren 1785 männlich. 22,8 Prozent der mutmaßlichen Täter sind unter 21 Jahre alt. Einen besonders hohen Anteil haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an gefährlichen und schweren Körperverletzungen (39,8 Prozent), an der Straßenkriminalität (38,5 Prozent) und an Sachbeschädigungen (32,9 Prozent).
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