Werben für Ausbildung - Verantwortliche planen große Aktionswoche
Es muss nicht immer ein Studium sein

"Mit Berufsausbildung Karriere machen": Dafür wollen die Veranstalter der Woche der Aus- und Weiterbildung vom 19. bis zum 27. Februar intensiv werben. Am Dienstag trafen sie sich noch einmal unter Regie von Berufsschul-Chef Josef Weilhammer (Vierter von rechts) und Projektleiter Michael Bäumler (links), um am Programm zu feilen. Bild: sbü
 

Schulabschluss in der Tasche - und dann? Viele Jugendliche und ihre Eltern zweifeln, ob eine Ausbildung der richtige nächste Schritt ist. Dabei sprechen viele Argumente dafür, glauben die Verantwortlichen einer Aktionswoche, die ihresgleichen sucht.

Eine derart große Kampagne hat es in Bayern noch nie gegeben: Vom 19. bis 27. Februar läuft in Weiden und Umgebung sowie an landesweit 14 weiteren Orten die Aktionswoche der Aus- und Weiterbildung. Unter dem Dach der "Allianz für starke Berufsausbildung in Bayern", einem Zusammenschluss aller in diesem Bereich zuständigen Stellen, wirbt sie mit einer langen Serie von Veranstaltungen und Aktionen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung.

"Wir wollen Jugendliche gezielt in berufliche Bereiche bringen, in denen sie auch glücklich sind", sagt Josef Weilhammer, Leiter der Europa-Berufsschule Weiden. Er koordiniert zusammen mit seinem Team um Projektleiter Michael Bäumler die bisher einmalige Werbeaktion. Die große Auftaktveranstaltung mit Podiumsdiskussion samt Informations- und Erlebnisforum namens "Markt der Möglichkeiten" ist am Freitag, 19. Februar, um 16 Uhr in der Europa-Berufsschule. Es soll ein "Ausbildungserlebnistag" werden. Auch eine Verlosung mit Sachpreisen und voraussichtlich einigen besonders interessanten Praktikumsplätzen soll Besucher locken.

Große Veranstaltungsreihe


In der darauffolgenden Woche schließt sich eine große Veranstaltungsreihe an (alle bisher feststehenden Termine auf www.woche-der-ausbildung.bayern.de). Projektleiter Bäumler nimmt noch weitere Anmeldungen für Veranstaltungen entgegen (michael.baeumler@eu-bs.de). Bayernweit ist zudem der betriebswirtschaftliche Planspielwettbewerb "Play the Market" für Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen in das Programm integriert.

Organisatoren der Veranstaltungen in und um Weiden sind neben der Europa-Berufsschule alle Beteiligten der Allianz für Berufsausbildung. Dazu gehören die Staatsregierung, die Kammern, Vereinigung der bayerischen Wirtschaft sowie Arbeitsagenturen und Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Zahlreiche weitere Organisationen wie der Wirtschaftsclub Nordoberpfalz, die Stadt Weiden, Schulen sowie das Staatliche Berufsschulzentrum Wiesau und das Amtsgericht Weiden beteiligen sich ebenfalls mit Angeboten für Ausbildungsinteressenten. Ein Höhepunkt soll der Tag der Ausbildung am Montag, 22. Februar, werden. Auch der Tag der offenen Tür der Europa-Berufsschule - ebenfalls am 22. Februar - zählt zu den Programmpunkten der Aktionswoche.

Bäcker im BMW


Einzelheiten zur Planung besprachen die Verantwortlichen um Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bei einem Treffen am Dienstag. Dabei betonten sie noch einmal ihr Ziel: Schüler und Eltern sollten die duale Ausbildung als gleichwertig zur akademischen wahrnehmen. Es werde eben beides gebraucht: Akademiker und "berufliche Abiturienten", wie Weilhammer betonte. "Ich habe genauso viel Respekt vor einem Bäckermeister wie vor meinen Lehrerkollegen." Schmunzelnd fügte er hinzu: "Ich habe erlebt, dass der Bäckermeister mit dem großen BMW kommt. Und der Schulleiter mit dem Golf."

Karrierechancen für jeden

Kommentar von Siegfried Bühner

Noch vor einem Jahrzehnt gab es Informationen zur Berufswahl im BIZ der Arbeitsagentur, bei Orientierungsveranstaltungen an Schulen oder beim Berufsberater persönlich. Dann kamen die Ausbildungsmessen dazu. Sie werden von Jahr zu Jahr immer größer. Dennoch reicht das alles heutzutage nicht mehr aus.

Eine Aktionswoche ist jetzt angesagt. Schließlich ist der Kampf um den Auszubildenden ausgebrochen. Und der wird auch mit harten Bandagen geführt, vor allem wenn von einem Akademisierungswahn die Rede ist. Dass wir beides brauchen - Studenten und Auszubildende - hielten die Verantwortlichen im Vorfeld der Woche der Aus- und Weiterbildung zu Recht fest. Ebenso richtig war die Feststellung, dass die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems jedem Schulabsolventen alle Chancen zur Karriere bietet. Vor allem auch dann, wenn er sich zunächst für eine Berufsausbildung entscheidet.

Leider hat sich dieser Gedanke noch nicht bei allen Schulabsolventen und Eltern durchgesetzt. Da wird noch viel zu oft in den Alternativen Studium oder Berufsausbildung gedacht. Ganz zu schweigen von der oft falschen Vorstellung über tatsächliche Verdienstmöglichkeiten. Dabei haben sich die Hochschulen längst für Meister oder andere Aufsteiger geöffnet. So kann jeder erreichen, was seinem Leistungsvermögen entspricht.
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