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Eva Henkel ist Pressesprecherin der Berliner Finanzkanzlei

Eva Henkel erklärt die Berliner Finanzpolitik. Bild: hfz
"Berlin ist ein Juwel - immer noch sexy, aber nicht mehr arm." Bei dieser Aussage im "Handelsblatt" ging Eva Henkel letzte Woche das Herz auf. Vor allem weil sie ein Wirtschafts-ICE wie Bahnchef Rüdiger Grube von sich gab. Seinesgleichen weidete bisweilen genüsslich die Berliner Krankenakte aus: chronisch verschuldet, am Tropf des Länderfinanzausgleichs, allergisch auf Industrie, stark ausgeprägtes Flughafen-Trauma.

Diese Klischees muss auch Eva Henkel therapieren, die ihre Jugend in Weiden verbracht und 1988 am Kepler-Gymnasium Abitur gemacht hat. Sie ist Sprecherin des Berliner Finanzsenators Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Vorurteilen von der Hauptstadt der Hartzer und ewigen Studenten begegnet sie mit Hinweisen, dass sich Berlin zur deutschen Gründerhauptstadt schlechthin gemausert hat.

"Wir konkurrieren inzwischen mit London. Ein Riesenvorteil sind die niedrigeren Lebenshaltungskosten", legt sie sich für ihre Wahlheimat ins Zeug. Die 46-Jährige kann das Berliner Juwel mit guten Argumenten funkeln lassen: 3 Milliarden Euro Schulden in einer Legislatur abgebaut, die öffentliche Verwaltung seit Anfang der 90er von über 200 000 Mitarbeitern auf 104 000 reduziert, Doppelstrukturen aus den Zeiten der Teilung abgebaut, immer mehr IT- und Gesundheitsunternehmen, günstige Mieten und ein überdurchschnittlicher Zuwachs an Arbeitsplätzen.

Es läuft an der Spree. Das bestärkt Henkel in der Entscheidung, dorthin zurückgekehrt zu sein. Ihr Chef Kollatz-Ahnen hat sie mitgenommen. Bevor er Finanzsenator wurde, war er Vorstand der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg. Henkel war fast fünf Jahre deren Sprecherin für die deutschsprachigen Länder.

"Toll, die Quintessenz Europas mit vielen Sprachen und 11 Kollegen aus verschiedenen Ländern im Presseteam", schwärmt sie von dieser Zeit. Doch der Wechsel nach Berlin kam ihr nicht ungelegen. Vielleicht so eine Art Heimweh, nicht zuletzt nach dem Kulturangebot. In der Hauptstadt hatte sie zuvor bei "Germany Trade and Invest" gearbeitet, einer Marketinggesellschaft für den Standort Deutschland, die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt ist. Diesen Job hatte sie nach 15 Jahren in Hamburg bekommen. Dort hat sie Amerikanistik und Germanistik studiert sowie den Master of Business Administration (MBA) im Fernstudium draufgesattelt. In Hamburg war sie fünf Jahre als Sprecherin der Senatskanzlei unter den Bürgermeistern Ortwin Runde (SPD) und Ole von Beust (CDU). Ein Parteibuch hat die frühere Weidenerin nicht. "Für mich zählen nur der Inhalt des Jobs und die Person." Lehrreich war auch ein Jahr als Redakteurin der Financial Times Deutschland. "Tolle Redaktion, spannende Zeit." Für Besuche in Weiden bleibt wenig Zeit. Dreimal im Jahr besucht sie ihren Vater Dr. Gerald Henkel . Dann schaut sie auch mal bei ihrem früheren Lehrer Veit Wagner vorbei. "Ich bin gerne da. Weiden hat mich schon geprägt", sagt die gebürtige Hessin. Und: "Weiden hat eine der schönsten Laufstrecken, die ich kenne": vom Rehbühl über den neuen Volksfestplatz zum Schätzlerbad am Alten Schuster vorbei durch den Wald an der Schweinenaab entlang Richtung Parkstein und über den Waldfriedhof wieder zurück. "Das sind 16 Kilometer, ein gutes Training für den Berlin-Marathon."

So eng der Terminplan getaktet ist: Zeit für Sport nimmt sich die Öffentlichkeitsarbeiterin. Leider bleibt kein Platz mehr für ein Ehrenamt, das ihr am Herzen lag. Eva Henkel engagierte sich mehrere Jahre im Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) für die Rechte Homosexueller.

Auch ihr Bruder Malte lebt in Berlin. Er betreibt mit seiner Partnerin Evelyn Lang , die aus Schirmitz stammt, das Vintage-Möbelgeschäft "Stilspiel" in Kreuzberg.
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