"Wir feiern das Licht"
Johannisfeuer an einem heißen Sommerabend

Ein ökumenisches Johannisfeuer segnen Pfarrer Peter Brolich (rechts) und Pfarrerin Stefanie Endruweit beim Martin-Schalling-Haus. Bild: rdo
 
Als wäre die Sommernacht nicht warm genug gewesen: Johannisfeuer - wie hier bei Kolping Neunkirchen - loderten besonders am Freitagabend an einer Reihe von Stellen im Stadtgebiet. Bild: R. Kreuzer

Dafür sind nicht nur Kinder Feuer und Flamme. Zum Johannistag lodern zahlreiche Feuer im Stadtgebiet. Einst ein heidnischer Brauch. Inzwischen erkennen Geistliche aber auch eine tiefere religiöse Bedeutung.

Die Birken der Fronleichnamsprozession dienen traditionell als Brennmaterial beim Johannisfeuer in Rothenstadt . OWV-Zweigvereinschef Joachim König freute sich, dass zahlreiche Gäste der Einladung genau zu Johanni zur Hösl-Bräu-Schänke gefolgt waren. In der Feuerrede sagte Pfarrer Heribert Englhard, die Flammen sollten uns ermutigen: In den Dunkelheiten des Lebens sei Gott bei uns. Als Christen sollten wir ein Zeichen gegen die Finsternis in der Welt setzen. Die Nachtwanderung der Vorschulkinder des Kindergartens St. Wolfgang führte zum Feuerplatz. Die 23 Kinder sangen das Lied "Mausanien, wo Mäuse dicke Freunde sind".

Bereits unter der Woche hatte der Oberpfälzer Waldverein, Zweigverein Weiden, das Sonnwendfeuer am Steinernen Tisch in Tröglersricht entfacht. Den Feuersegen erteilte Monsignore Andreas Uschold. Das Ensemble Chorisma sang, zahlreiche Helfer packten zur Freude von Vorsitzendem Alois Lukas mit an.

Dass der Namenstag aller "Hansen" heutzutage zu wenig gefeiert werde, wie Stadtrat Hans Forster bedauerte, konnte man bei der großen Johanni-Feier des Geselligkeitsvereins Stammtisch Höhe 308 nicht feststellen. Auf dem Bolzplatz hinter der Johanneskirche entzündete Pfarrvikar Andreas Reber bei Einbruch der Dunkelheit einen riesigen Holzstapel und segnete das Feuer. Zusammen mit den "Höhe 308"-Mitgliedern und zahlreichen Gästen betete er, das "Gott uns, in dieser Welt voll Zank und Zwietracht, Frieden geben möge". Im Festzelt, wo unter anderem Bierkönigin Carmen Trauner bediente, dankte Stadtrat Norbert Freundorfer dem Geselligkeitsverein für die Traditionspflege.

Voran das Banner der Kolpingfamilie, dahinter zogen die Kinder mit ihren brennenden Fackeln zum Festplatz an der Hofackerstraße in Neunkirchen : Pfarrer Armin J. Spießl, der das Akkordeon spielte, führte den Festzug zum Holzstapel an. "Unser Auftreten hier und heute zur Geburtsstunde Johannes des Täufers ist besser als das Austreten", spielte er auf den Brexit an. "Wir feiern heute das Licht", erklärte der Geistliche. "Alle sind wir Kinder des Lichts. Keiner denkt an Weihnachten, doch in einem halben Jahr ist es wieder soweit." Nach dem Segnen der Fackeln steckten die jungen Besucher den Holzhaufen an. Vorsitzender Roland Hoffmann war ihnen behilflich. Die Jugendlichen hatten erstmals eine alkoholfreie Cocktailbar aufgebaut.

Die Kirchengemeinden St. Elisabeth und St. Michael entzündeten gemeinsam das Johannisfeuer im Garten des Martin-Schalling-Hauses. Die Geistlichen Pfarrer Peter Brolich und Pfarrerin Stefanie Endruweit gestalteten die Lichtfeier mit passenden Texten, die musikalische Umrahmung oblag Waltraud Dobmann. Brolich bezeichnete das Feuer als "großes Geschenk, wenn es seine Grenzen kennt". "Sein Licht weist uns den Weg in dunkler Nacht, wärmt uns aber auch so manche Speise."
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