Wissenswertes über Pilze: Norbert Griesbacher als ehrenamtlicher Pilzberater
Schwärmen über Schwammerl

Die Krause Glucke findet sich hauptsächlich in Kiefernwäldern.

Sie sind faszinierend, können köstlich schmecken - und haben wieder Saison: Schwammerl. Wie gut, dass es in Weiden mit Norbert Griesbacher einen echten Fan der Gewächse gibt. Für die vielen Pilzsucher berichtete er nun Wissenswertes, aber auch Tödliches.

Natürlich aßen auch die alten Römer Pilze. Neben Kaiserling und Steinpilz waren Trüffel besonders beliebt. Es mussten aber auch damals Menschen ihr Leben nach Pilzmahlzeiten lassen. Manche, weil sie sich beim Sammeln irrten, andere wegen tödlicher Absicht. Kaiserin Aggripina etwa ermordete ihren Ehemann im Jahr 59 durch Giftpilze.

Verborgener Hauptteil

Damit es heute keine Ungereimtheiten bei der Schwammerlbestimmung gibt, fungiert Norbert Griesbacher als ehrenamtlicher Pilzberater der Stadt. Zu Beginn der Saison gab er sein Wissen über die von ihm geliebten Schwammerl bei einem Vortrag vor der SPD AG 60plus weiter.

Der Fruchtkörper, also der oberirdische Teil der Pilze, dient der Fortpflanzung und kommt bei feuchtem und warmem Wetter zum Vorschein, erläuterte Griesbacher. An der Oberfläche verbreiten Pilze winzige Sporen, die der Wind weiterträgt. Der weitaus größere Teil bleibt dem Schwammerlsucher verborgen: Das Myzel, ein riesiges unterirdisches Geflecht, ist der eigentliche Hauptteil des Pilzes. Deshalb sollte der Pilz vorsichtig geschnitten werden, damit dieses unterirdische Gefüge nicht austrocknet.

Pilze sind keine leichte Kost für den Magen. Ihre Zellwände bestehen nicht - wie bei Pflanzen - aus Cellulose, sondern aus dem normalerweise nur bei Gliedertieren und Insekten vorkommenden Chitin. Es ist unverdaulich, weshalb eine Pilzmahlzeit ziemlich schwer im Magen liegen kann, vor allem, wenn man sie in Eile zu sich genommen und dabei zu wenig gekaut hat. Andererseits ist Chitin aber ein Ballaststoff, der die Darmtätigkeit anregt.

Die radioaktive Belastung in der Region ist fast 30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl weit unter dem Grenzwerten von 600 Becquerel. Wie Griesbacher weiter erläuterte, gibt es 120 Arten von Täublingen, je nach Standort verfärbt sich die Kappe. Wenn eine Kostprobe nussig und mild schmeckt, ist der Pilz genießbar. Ist sie bitter, sollte man die Probe wieder ausspucken. Ein weiterer Tipp: "Falsche Pfifferlinge" sollte man meiden. Sie sind ungenießbar. Man erkennt sie daran, dass sie hochelastisch sind, einen grellen orange-gelben Stil haben und auf morschem Holz wachsten. Bei Pilzvergiftungen hilft die Giftnotzentrale, fügte der Experte an.

Nicht warten

Eine weitere Regel von Griesbacher lautet: "Wer wartet, den bestraft das Leben." Heißt: Es bringt nichts, einen entdeckten Speisepilz noch stehen zu lassen, um ihn dann später, wenn er womöglich noch gewachsen ist, zu ernten. Denn nicht selten ist dann Ungeziefer schneller und frisst den Pilz.

Wer sich unsicher bei der Pilzbestimmung ist, kann entweder in der Fachliteratur nachschlagen oder - besonders wenn Zweifel bleiben - einen Termin mit dem Pilzberater vereinbaren: Telefon 0961/31 40 9 (Anrufbeantworter).
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