Zeitung macht Schule
Tief - tiefer - KTB

83 Meter misst der Bohrturm des KTB. Bis ganz nach oben darf man allerdings nicht. Bild: hfz

Anfang Juni fuhren wir, die M7 der Max-Reger-Mittelschule Weiden, mit dem Bus nach Windischeschenbach, um dort den Bohrturm und das Museum zu besichtigen und an einem Workshop teilzunehmen. Wir hatten uns durch Referate der M8 etwas über die Kontinentale Tiefbohrung (KTB) informiert und dabei fielen schon viele Fragen an. Gesponsert hat die Exkursion die Bayernwerk AG.

Unsere Fragen sollten bald beantwortet werden. Wir hatten alle einen Stein mitgebracht, um ihn zu untersuchen. Ein freundlicher Mann, Herr Dr. Frank Holzförster, nahm uns mit in die Labore. Dort warteten viele Stationen auf uns, die alle dazu da sind, um Steine zu untersuchen. In Zweierteams gingen wir die Stationen durch.

Sechs Tests


Der Härtetest: Mit einem Hammer mussten wir versuchen, unseren Stein zu zerschlagen. Manche schafften es mit wenigen Schlägen, manche brauchten viele Schläge oder schafften es gar nicht. Wir fanden heraus, dass es nicht an der Stärke liegt, mit der man zuschlägt, sondern daran, dass der Stein eben hart oder weich ist.

Der Salzsäuretest: Hier mussten wir auf unseren Stein einen Tropfen 10%ige Salzsäure träufeln. Bei einigen Steinen schäumte die Salzsäure auf und zischte als Reaktion auf verschiedene Mineralien, bei anderen Steinen passierte gar nichts. Es kam aber auch vor, dass auf der Außenseite des Steins nichts passierte, auf der Innenseite jedoch eine Reaktion erfolgte.

Härtetest für die Oberfläche: Hierbei versuchten wir, ob es möglich ist, mit einem Stahlnagel ein Muster in den Stein zu ritzen. Bei manchen Steinen gelang das sogar schon mit dem Fingernagel.

Mikroskop: Auch sehr kleine Mineralien konnte man hier im Stein entdecken und Herr Dr. Holzförster konnte bei einigen Steinen sogar bestimmen, aus welcher Gegend der Stein stammen könnte.

Der Geschmackstest: Wir sollten an unseren Steinen lecken um festzustellen, ob er salzig schmeckt.

Der Dichtetest: Zum Schluss bestimmten wir noch die Dichte unseres Steins. In einen Becher, randvoll mit Wasser, warfen wir den Stein. Der Stein verdrängte eine bestimmte Menge Wasser, die in einen anderen Becher floss. Das Gewicht dieses Wassers zeigte uns die Dichte an. Anhand einer Tabelle der verschiedenen Gesteinsdichten konnten wir dann, mit all den anderen Merkmalen, die Gesteinsart bestimmen.

Nach einer kurzen Pause führte uns Herr Bauer durch das Museum. Dort sahen wir uns einen Film über die Entstehung der Erde an. Natürlich war für uns der Erdbebensimulator am interessantesten. Einige wollten gar nicht mehr von der "Rüttelplatte" runtergehen.

Überrascht waren wir, als uns Herr Bauer die Erdbebenkarte zeigte und wir sahen, dass das letzte Erdbeben an diesem Tag um 8.31 Uhr in 10 Kilometern Tiefe im Pazifik stattgefunden hatte.

Viele rote Punkte stehen für vorhergegangene Erdbeben, ein gelber Stern für das letzte.

Wir durften auch die besondere Bohrspülung schütteln, die Diamantbohrkrone berühren und auf dem Zeitstrahl laufen.

Ab auf den Turm


Dann endlich ging's auf den 83 Meter hohen Bohrturm. Vorher musste noch jeder Schüler einen Schutzhelm aufsetzen; einigen wurde jetzt doch etwas mulmig und sie waren ganz froh, dass wir nur bis zur Besucherplattform hochstiegen. Leider konnte man nicht, wie gehofft, ins Bohrloch hineinsehen, aber ein interessanter Film gab uns einen guten Einblick in den Verlauf der Bohrungen.

Auf der Rückfahrt freuten wir uns schon auf eine neue Exkursion im nächsten Jahr beim Projekt ZMS.

Klasse M7 der Max-Reger-Schule Weiden

Fragen und AntwortenWie tief ist das Bohrloch?

9101 Meter und damit das tiefste Bohrloch der Welt!

Warum hat man gerade in dieser Tiefe aufgehört zu bohren?

Die Temperatur war mit 287° C zu hoch, um weiterbohren zu können.

Warum wurde gerade hier gebohrt?

Hier treffen die Kontinentalplatten von Ur-Europa und Ur-Afrika aufeinander. Auch wurden hier einige Besonderheiten gemessen wie zum Beispiel ein starkes Erdmagnetfeld.

Wie teuer war der Bau?

Der Bau kostete 528 Millionen DM, in Euro 270 Millionen.

Hat die Bohrung auch für uns einen praktischen Nutzen?

Man hat unter anderem wichtige Erkenntnisse für die Erdbebenforschung und die Nutzung von Erdwärme gewonnen. Für die Bewertung von Endlagerstätten für Atommüll können die Forschungsergebnisse ebenso genutzt werden.
1 Kommentar
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 06.07.2016 | 15:24  
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