Zentrale Abrechnungsstelle Weiden im AW-Verwaltungsgebäude
"Wir sind die Guten"

Sogar die Turmuhr ist instandgesetzt. "Bahngrüne" Fenster in der Backstein-Fassade, davor die Ehrengäste (von links): Klaus Herzog (Präsident des Landesamtes für Finanzen), Albert Nickl, Lothar Höher, Referatsleiterin Gerlinde Woppmann, Abteilungsdirektor Herbert Ettle, MdL Petra Dettenhöfer, OB Kurt Seggewiß und Architekt Robert Sparrer sowie WGS-Geschäftsführer Günther Kamm. Bild: Schönberger

Nur keine Verwechslung, bitte. "Das Finanzamt ist uns lieb und teuer. Es ist unsere große Schwester", erklärt Abteilungsdirektor Herbert Ettle. "Wir nehmen niemandem etwas ab. Im Gegenteil. Wir sind die Guten. Wir sind das Landesamt für Finanzen."

Ettle sorgte dafür, dass sich die Gäste bei der offiziellen Eröffnung der neuen Bleibe der Zentralen Abrechnungsstelle Weiden im Türmchen bewehrten AW-Verwaltungsgebäude wohlfühlen. Die Bearbeitungsstelle Weiden, schon 2006 im Stadtmühlweg und ab 2009 am Schlörplatz untergebracht, soll ihr neues Domizil auf Dauer behalten. Allerdings läuft der Mietvertrag zunächst nur auf zehn Jahre. Schon im Juli haben die 32 Mitarbeiter, die für die Erstattung von Reisekosten sowie Trennungsgeld aus den bayerischen Staatsbehörden zuständig sind, den Südflügel im generalsanierten AW-Verwaltungsgebäude bezogen. Seit August 2015 leitet Regierungsrätin Gerlinde Woppmann die Zentrale Abrechnungsstelle Weiden, Referat 373. Das Landesamt "verteilt" jährlich rund 50 Milliarden Euro.

Dauerhaft in Weiden


Vermieter ist die WGS Weiden, eine Tochter der SGW Stadtbau. "Wir wollen dauerhaft in Weiden bleiben", verspricht Ettle, der mit der Dienststelle in Regensburg 600 Mitarbeiter führt, den Vertretern aus der Politik, voran der Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und dem stellvertretendem Landrat Albert Nickl.

Ettle findet interessante Parallelen: Die den Weidenern vorgesetzte Dienststelle in Regensburg logiert im Gebäude der einstigen Bundesbahndirektion. Diese war vor 100 Jahren auch für das RAW in Weiden zuständig. 950 Quadratmeter hat das Landesamt im einzig noch verbliebenen Backsteingebäude des RAW angemietet. Das Haus sei entkernt und "zum Teil nach unseren Wünschen" wunderschön hergerichtet worden", dankte Ettle der WGS und besonders deren Architekten Robert Sparrer.

Es sei gelungen, diesem historischen Gebäude wieder Leben einzuhauchen, freute sich WGS-Geschäftsführer Günther Kamm. Das 1893 errichtete Gebäude sei einst "Zentrum der Macht" im AW mit 2300 Beschäftigten gewesen. Immer wieder umgebaut, zuletzt ungenutzt, habe es innen und außen begonnen, seinen Reiz zu verlieren. Kamm betonte, dass er dieses Haus "wild entschlossen" haben wollte, um es neu zu nutzen. "Es ist ein Industrie- und Kulturdenkmal." Im Jahr 2013 hatte die WGS die Chance, es zu erwerben. Die Sanierung sei schwieriger als erwartet gewesen. "Jede Wand brachte Überraschungen. Da waren etwa Eisenbahn-Schienen als statische Elemente verbaut. Die Brandschutzbeauftragten waren entsetzt. Heute sind wir stolz, dass uns das hier so gut gelungen ist." Über zwei Millionen Euro kostete die Sanierung.

OB Kurt Seggewiß dankte dem Landesamt für Finanzen, dass es am Standort Weiden festhalte. "Dieses Gebäude ist jetzt wunderschön und für die Weidener ein Hingucker."

Jede Wand brachte Überraschungen. Da waren etwa Eisenbahn-Schienen als statische Elemente verbaut.WGS-Geschäftführer Günther Kamm
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.