Ziel der Polizeikontrollen: erhöhte Verkehrssicherheit
Fahrraddiebe als Beifang

Hat der junge Mann dieses Mountainbike tatsächlich von einem verstorbenen Bekannten geschenkt bekommen? Diese Frage lässt sich vor Ort nicht klären. Für Polizeihauptkommissar Alfons Schmeidl, den Sachbearbeiter für Fahrraddiebstähle bei der Weidener Polizei, folgt die Feinarbeit deshalb erst nach den Verkehrskontrollen. Bild: Götz

Innerhalb von nur 30 Minuten stellen die Polizeibeamten zwei Mountainbikes sicher. Der Grund: Es könnte sich um Diebesgut handeln. Ein Rad der Marke Scott mit entsprechender Rahmennummer ist jedenfalls als gestohlen gemeldet. Im zweiten Fall muss die Erklärung des jungen Mannes, er habe das Fahrrad von einem inzwischen verstorbenen Bekannten geschenkt bekommen, erst noch genau überprüft werden. Denn auch ein Fahrrad dieser Marke ist in der Diebstahlsliste aufgeführt.

Dabei geht es den Polizisten bei den Kontrollen am Montag eigentlich um etwas anderes. Ziel ist es, die Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind, zu reduzieren. Das spezielle Augenmerk der Beamten gilt deshalb den sogenannten Geisterradlern und der Verkehrssicherheit der Fahrräder, erklärt Polizeipressesprecher Thomas Fritsch. Auch in diesem Punkt werden er und seine Kollegen in der Frauenrichter-, Christian-Seltmann- und Mooslohstraße schnell fündig. Als "Paradebeispiel" bezeichnet Polizeihauptmeister Stefan Linsmeier den Fall einer Radlerin, die er gerade nach einer mündlichen Verwarnung weiterfahren lässt. Sie war in der Unterführung an der Christian-Seltmann-Straße nicht nur auf dem Gehweg unterwegs, sondern auch noch in falscher Richtung. Dabei hätte sie die rechte Seite der Fahrbahn benutzen müssen. Weil die Frau sich einsichtig zeigt, kommt sie mit der mündlichen Verwarnung davon. In der Frauenrichter Straße, in Höhe der Bahn, stehen zwar Radwege zur Verfügung. Doch was die Fahrtrichtung betrifft, nehmen es auch hier etliche Pedalritter nicht so genau.

Insgesamt kontrollieren die Beamten am Montagvormittag 80 Radler und erteilen 40 Verwarnungen. Neun davon sind gebührenpflichtig. Dabei handelt es sich um Geisterradler (6 Fälle), die verbotswidrige Nutzung des Radweges (1), nicht vorhandene Beleuchtung plus defekte Bremse (1) sowie eine nicht funktionsfähige Bremse (1). In den übrigen 31 Fällen bleibt es bei mündlichen Verwarnungen, weil die Beamten nur kleinere Ausrüstungsverstöße oder geringes Fehlverhalten feststellen.

Alfons Schmeidl, Sachbearbeiter für Fahrraddiebstähle, war bei den Kontrollen am Montag ebenfalls vor Ort. Für ihn beginnt die diffizile Kleinarbeit erst, wenn er wieder am Schreibtisch sitzt. Zum Beispiel, was das Fahrrad betrifft, dessen Rahmennummer auf der Fahndungsliste steht. "Die Rahmen werden zum Großteil im Ausland gefertigt, unter anderem in China. Deshalb müssen wir das mit der Nummer genau überprüfen." Sollte sich der Diebstahlsverdacht bestätigen oder auch die Geschichte mit dem "geschenkten Mountainbike" als falsch erweisen, wären die Fahrraddiebe für die Polizisten natürlich ein willkommener Beifang. (Angemerkt)
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